Berlin - Ab Februar werden Eltern von Grundschulkindern für das Schulessen deutlich mehr Geld zahlen. Abwechslungsreicher und gesünder soll die Schulverpflegung dadurch werden. Doch werden Essenanbieter aus betriebswirtschaftlicher Logik in Versuchung geraten, das Geld zu nehmen, um für sich eine höhere Rendite aus dem Geschäft mit der Schulverpflegung herauszuholen.

Die Caterer deuteten bereits an, dass mitunter nur ein Drittel des Essenspreises tatsächlich für Ware ausgegeben werden soll. Das aber erscheint reichlich wenig. Senat und Bezirke müssen deshalb sicherstellen, dass die Essensqualität künftig permanent kontrolliert wird. Das ist bisher so gut wie gar nicht geschehen.

Allerdings kann auch ein Anstieg der Personalkosten zu wachsender Essensqualität führen. Wenn das Küchenpersonal ausreichend qualifiziert ist, wird es weniger verkochte Kartoffeln, versalzene Soßen und weniger unreines Obst geben. Von daher ist es gut, wenn Essensanbieter den vergaberechtlich ohnehin vorgeschriebenen Mindestlohn tatsächlich zahlen. Auch das ist in der Vergangenheit kaum kontrolliert worden.

Wichtig ist also, was auf den Teller kommt. Doch auch das Ambiente ist zu beachten. Lange Warteschlangen vor der Ausgabestelle, Essen im Schichtbetrieb oder zugige Räume vertreiben die Schüler. Dann gehen sie lieber zum nächsten Fast-Food-Imbiss. Ist das Schulessen hingegen gut, essen auch die Lehrer eher dort. Dann wären sogar ungewohnt interessante Tischgespräche möglich.