Berlin - Zum Jahresende erfüllt auch die Politik Wünsche. Nicht alle, aber einige, die wichtig sind für die Stadt: Endlich hat man auch im Senat erkannt, dass nicht alle Grundstücke an Investoren verschleudert werden müssen. Dass es manchmal besser ist, auf Verkaufserlöse zu verzichten, stattdessen etwas zu tun fürs Image der Stadt als kreative Metropole und für die Zufriedenheit ihrer Bürger.

Diese Erkenntnis eröffnet jetzt zwei Projekten der Subkultur eine Perspektive. Der Prinzessinnengarten am Moritzplatz in Kreuzberg muss keinem Büro- und Hotelneubau weichen. Sogar Senatoren waren bei Besuchen beeindruckt, was dort so alles geschieht. Das wilde Gemeinschaftsgärtnern, das es so wohl in keiner anderen Großstadt gibt, kann also weitergehen. Wie hoch die Wertschätzung des Projekts ist, zeigen jährlich rund 50.000 Besucher aus aller Welt. Und auch der Yaam-Club am Friedrichshainer Spreeufer, der nicht nur für karibisches Feeling sorgt, sondern sich zugleich um problematische Jugendliche kümmert, kann – an anderer Stelle – weitermachen. Nach 18 Jahren Ungewissheit und sechs Umzügen endlich eine Zukunft, wenn das kein Weihnachtsgeschenk ist!

Im Streben, Gemeinwohl über schnöden Mammon zu stellen, sollte die Politik jetzt bitte nicht nachlassen. Sie muss sich endlich den Spreepark im Plänterwald vornehmen. Zumal sie am dortigen Desaster eine Mitschuld trägt. Niemals hätte man damals dieser windigen Firma den schönen Kulturpark übergeben dürfen! Niemals hätte man dort nachträglich ein Landschaftsschutzgebiet ausweisen dürfen! Das allein hätte jeden Betreiber in Probleme gebracht. Jetzt, da ein ernsthafter Interessent anklopft, der mit neuem Vergnügen Besucher in die Stadt holen will, sollte man ihm keine zusätzlichen Steine in den Weg legen.