Berlin ist eine grüne Stadt. Das weiß jeder, der mal in anderen Großstädten war, die meist ziemliche zubetoniert aussehen. Berlin ist ein riesiger Wald. Auf immerhin 20 Prozent der öffentlichen Flächen stehen Bäume. Insgesamt sind es fast 440.000 Stück. Das klingt viel, ist es aber nicht. Im Nachbarland Brandenburg sind es etwa eine Milliarde.

Für Berlin muss die Devise lauten: Von Brandenburg lernen, heißt pflanzen lernen. Denn dort läuft seit vielen Jahren der sogenannte Waldumbau. Das heißt: Aus einem Land mit fast 80 Prozent Kiefern soll langfristig ein bunter Mischwald werden. Auch in Berlin ist ein Waldumbau lange überfällig. Denn die meisten Bäume wurden zum Kriegsende abgeholzt und verfeuert. Das nachgepflanzte Grün ist inzwischen ziemlich in die Jahre gekommen und muss ersetzt werden. Doch Berlin hat kein Geld, deshalb hat der Senat vor zwei Jahren die Kampagne „Stadtbäume für Berlin“ gestartet: Es werden Spenden gesammelt, um bis 2017 insgesamt 10.000 neue Bäume zu pflanzen. Immerhin zwölf Millionen Euro wären nötig.

Das Ganze ist natürlich so etwas wie eine Steuererhöhung – also eigentlich igittigitt. Aber immerhin ist es eine freiwillige Abgabe und eine, bei der jeder weiß, wofür ganz konkret sein Geld ausgegeben wird: für eine wirklich gute Sache. Das besonders Gute dran ist, dass es für die Berliner eine der wenigen Möglichkeiten ist, den Senat zu zwingen, noch viel mehr Geld auszugeben.

Denn sobald 500 Euro Spenden zusammen sind, hat sich der Senat verpflichtet, 700 Euro drauflegen. So viel Geld ist nötig, um einen Baum zu pflanzen und drei Jahre zu pflegen, bis er angewachsen ist. Jeder Euro macht Berlin also grüner.
Ein weiterer Vorteil: Wenn richtig viel Geld zusammen käme, wäre der Senat vielleicht auch gezwungen, wieder mehr Gärtner einstellen. Auch nicht schlecht.