Stadtbild zu Gaslicht-Kultur: Der Stadt geht ein Licht auf

Ob die Statue der Berolina, die einst auf dem Alexanderplatz stand, eine Schönheit war, ist umstritten. Erfreulicher ist die 18-Zentimeter-Version, die der Förderverein zur Wiederherstellung dieser Wuchtbrumme nun dem Gaslicht-Kultur e. V. überreichte. Ausgezeichnet wurde damit dessen Engagement für die seit dem 19. Jahrhundert entstandene reiche Vielfalt der Berliner Gasstraßenlampen.

Vorher erhielten schon Katrin Lesser und Ben Buschfeld für die Wiederherstellung eines Hauses in Tauts Hufeisensiedlung, der Schauspieler Hans-Jürgen Schatz für die Rettung historischer Grabmale oder, etwas systemwidrig, Wilhelm von Boddien für sein Engagement für den Schlossfassadennachbau diese Ehrung.

Schutzlisten für zusammenhängende Bereiche?

Gaslicht-Kultur hingegen widmet sich authentischen Geschichtszeugen: Der Schönheit der Stadtbeleuchtung. Wo der Senat eine Standardisierung von Lichtqualitäten und Lampentypen verficht, zeigt der Gaslicht-Verein: Vielfalt ist der Kern des großstädtischen Lebens. Inzwischen haben dessen Mitglieder sogar den bekannten britischen Denkmalpfleger Peter Burman für das Berliner Gaslicht begeistert, er schlägt seine Eintragung in die Welterbeliste vor.

Am Ende des nun mit dem Senat begonnenen Aushandlungsprozesses wird es immerhin noch einige Viertel geben, in denen man sich an Gaslaternen erfreuen kann. Auch dank Gaslicht-Kultur e. V.. Und vielleicht fühlen sich die Verwaltungen sogar von der Berolina animiert, auch zusammenhängende Stadtbereiche in die Schutzlisten aufzunehmen. Charlottenburg, Friedenau oder Frohnau ohne Gaslicht – das ist ein erschreckender Gedanke.