Das hat wirklich prima geklappt! Vor wenigen Wochen schilderten wir die holperige Reise mit dem Fahrrad die Karl-Marx-Allee hinunter, von Friedrichshain zum Alexanderplatz. Eine der zahlreichen Zumutungen an dieser viel befahrenen Strecke waren mehrere Büsche, die weit in den Radweg hineinragten und das Nebeneinanderfahren oder Überholen unmöglich machten. Dann stellten wir fest: Die Büsche wurden beschnitten! Erstmals seit Jahren! Völlig unbehindert sausen die Radfahrer nun in hohem Tempo an der früheren Gefahrenstelle vorbei. Danke, liebes Grünflächenamt!

Wir könnten natürlich so weitermachen. Beispielsweise mit dem Hinweis, dass der Busch direkt vor dem Strausberger Platz, Fahrtrichtung stadteinwärts, ebenfalls fachmännisch gestutzt werden müsste. Oder dass der sogenannte Radweg an der Prinzenstraße, unmittelbar südlich vom Moritzplatz, mit seinen zahllosen Baumwurzeln einem Panzerübungsplatz gleicht. Aber das geht ja nicht auf Dauer, dass wir immer sagen, was an Berlins Radwegen gemacht werden muss, und ein paar Wochen später erledigen die zuständigen Ämter das dann.

Aber so könnte es gehen: Es gibt dreieinhalb Millionen Berliner, und ein schwindelerregend hoher Anteil von ihnen fährt regelmäßig Fahrrad. Wenn sie die Möglichkeiten bekämen, unkompliziert übers Internet Schäden oder sonstige Mängel an Radwegen den Ämtern zu melden, dann hätte Berlin auf einmal die schlagkräftigste Radweginspektion der Welt. Drei Bezirke machen bereits vor, wie das geht: Charlottenburg-Wilmersdorf, Lichtenberg und Reinickendorf. Die haben auf ihren Internetseiten einfache Online-Formulare (teils allerdings kaum auffindbar) für diesen Zweck. Bleiben noch neun Bezirke, die so etwas nicht haben. Wir sind gespannt, welcher es zuerst schafft.