Auto kaputt? Auf den Schrott! Spielzeug zerbrochen? In den Müll! Bierdose leer? Ex und hopp! So kann man natürlich auch mit Problemen umgehen. Weg damit, sollen sich doch andere darum kümmern. Doch im Fall des Dauerpannenprojekts BER dürfte das nicht so einfach sein, wie sich die Berliner Piraten das vorstellen.

Sie schlagen vor, den Landesanteil für einen Euro an den Bund zu verkaufen. Dann wäre Berlin ein Finanzrisiko los. Stattdessen müssten sich Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und seine Mannen mit dem BER herumplagen, was sie – so offenbar der Hintergedanke – dazu bringen wird, das Bauvorhaben über kurz oder lang entnervt zu beenden. Endlich Ruhe in Schönefeld! Die Berliner könnten ihre Urlaubsreise ja auch von Leipzig aus antreten. So weit die Piraten. Kaum zu glauben, aber wahr.

Natürlich werden sie mit dieser Idee Quote machen bei all jenen, die den BER in Schönefeld radikal ablehnen und die Lärmquelle gern anderen Brandenburgern überhelfen würden. Mit Blick auf die nächsten Wahlen kann ein solches Auftrumpfen nicht falsch sein. Andere Menschen fragen sich allerdings, wie die in Sachen Flughafen sonst so rational analysierenden und argumentierenden Piraten auf so eine merkwürdige Idee kommen konnten.

Es fängt schon damit an, dass zu einem Verkauf mindestens zwei Vertragspartner gehören. Das kann man sich ebenfalls gerne wegwünschen, aber der Bund hätte nun mal das Recht, Nein zu sagen, wenn Berlin ein solches Angebot unterbreiten würde. Warum sollte er es auch annehmen und den Problembatzen kaufen, selbst wenn er nur einen Euro zahlen müsste?

Des Weiteren: Dass der Bund ein desinteressierter Eigentümer ist, der sich so gut wie nicht konzeptionell engagiert, Managern seiner Unternehmen freie Hand gibt und sich um Betroffene bestenfalls nach lauten Protesten schert, beweist er zum Beispiel bei der Deutschen Bahn. Die Interessen der Flughafenregion Berlin wären, um es höflich zu formulieren, bei ihm nicht in den besten Händen.

Nein: Berlin hat sich diese Suppe eingebrockt, es muss sie auch auslöffeln. Senatspolitiker haben zugelassen, dass das Projekt ins Schlingern geriet, sie tragen die Verantwortung, es zu einem guten Ende zu bringen. Und wetten, dass es niemand schaffen wird, den BER von Schönefeld woanders hin zu verlagern? Von Leipzig fliegen als Berliner? So ein Quatsch!