Berlin - Noch mehr Geld für den BER! Nochmals 1,1 Milliarden Euro für das peinlichste, traurigste, unbeliebteste Bauvorhaben Ostdeutschlands? Es war klar, dass Kritik laut wird, nachdem der Flughafen-Aufsichtsrat am Montag grünes Licht für die jüngste Finanzspritze gab.

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Die größte Peinlichkeit besteht jedoch nicht darin, dass der BER wieder mal frisches Geld braucht. Peinlicher waren die Versuche von Politikern vor allem in Brandenburg und auf Bundesebene, sich vor den Wählern zu profilieren. Möchtegern-Populisten überschlugen sich mit Forderungen, die Ansprüche von Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn extrem kritisch zu prüfen, Ablehnung nicht ausgeschlossen.

Dabei wissen die helleren Köpfe unter ihnen, dass es keine Alternative gibt. Dass es Unsinn wäre, das Projekt BER einfach so abzubrechen und das Terminal einem anderen Zweck zuzuführen – Spaßbad oder Teppichmarkt. Sie wissen auch, dass es Politiker in der Region waren, die dem BER viele der Probleme beschert haben, unter denen er leidet.

Jede Lebenslüge kehrt einmal zurück. So ist es auch hier: Um das Projekt durchdrücken zu können, wurde der Flughafen anfangs viel zu sparsam und zu klein geplant. Folge waren Hunderte Erweiterungswünsche, die im Chaos von 2012 endeten. Die selbst auferlegte Ideologie der Hyperwirtschaftlichkeit führte auch dazu, dass der BER vom ersten Tag an zu klein wäre, wenn die Kapazität vorher nicht erweitert würde. Zudem ließen die Politiker zu, dass die Flughafengesellschaft den Lärmschutz zu billig plante, obwohl der Planfeststellungsbeschluss strengere Vorgaben machte.

Nein, an der Finanzspritze geht kein Weg vorbei. Es wird nicht die letzte sein. Und es ist richtig, dass Mehdorn über eine Kapazitätserweiterung nachdenkt. Denn sonst würde es noch peinlicher.