Es ist ein Jammer mit dem Nahverkehr. Erst wird die S-Bahn bestreikt, jetzt fällt die U 2 aus, eine der wichtigsten Verbindungen nach Prenzlauer Berg und Pankow. Hastig werden Buslinien eingerichtet, die sich morgens und abends knüppelvoll durch den Berufsverkehr quälen. Die Fahrtzeit von Pankow nach Mitte kann sich damit schon mal verdoppeln oder gar verdreifachen.

Gut, für den Kabelbrand kann keiner etwas, und der Berliner besitzt ein dickes Fell. Viele U-Bahn-Kunden erinnern sich noch an das Jahr 2010, als die Linie 2 wegen der Sanierung des Viadukts auf der Schönhauser Allee gesperrt war. Das dauerte Monate und war viel viel schlimmer. Der Ersatzverkehr war aber, zumindest in der Rückschau, besser organisiert.

Diesmal wurde die BVG kalt erwischt. Am Montagabend steht auf dem Bahnhof Alexanderplatz ein U-Bahn-Zug, auf der Anzeigetafel erscheint „Pankow“. „Fährt der wirklich nach Pankow?“, fragt eine Kundin misstrauisch, weil sie von der Sperrung gehört hat. „Na wat steht denn vorne dran?“, knurrt ein BVG-Mitarbeiter. Die Frau steigt ein und kommt exakt eine Station bis Rosa-Luxemburg-Platz. Dann fährt die Bahn zum Alex zurück.

2010 gab es auch noch keine BVG-App. Heute verleitet sie den modernen Reisenden dazu, sich über aktuelle Störungen auf dem Smartphone informieren zu wollen. Viel Erfolg hat er damit nicht. Der letzte Eintrag stammt vom 17. Oktober und warnt vor dem Streik der Bahn. Von der U2 kein Wort.

Wenig trösten kann die Tatsache, dass die App des Konkurrenten S-Bahn kein bisschen besser ist. „Unregelmäßigkeiten auf der S 25“ steht da. Immerhin. Die Linie führt aber von Hennigsdorf nach Teltow-Stadt und von Teltow-Stadt nach Hennigsdorf. 27 Stationen in jede Richtung. Wo genau es klemmen könnte, erfährt der Kunde nicht.