Stadtbild zur Reinigung in Schulen: Billig ist oft gar nicht gut

Berliner Schulen wirken wahrlich nicht immer einladend. Gerade in Grundschulen ist der Boden oft ungepflegt und schmutzig, generell sind viele Gegenstände beschmiert oder beschädigt. Ein besonderes Problem stellt zweifellos die Pflege der Sanitäranlagen dar. Jetzt können wir dafür nicht nur die gebuchten Reinigungsfirmen verantwortlich machen. Nicht selten tragen die Schüler selbst durch achtloses bis aggressives Verhalten dazu bei, dass die Einrichtung einer Schule Schaden nimmt. Mal wertkonservativ gesprochen ist eine gewisse Grunderziehung durch die Eltern hier also keineswegs zu unterschätzen.

Doch auch die Berliner Bezirke erreichen mit dem bisher üblichen Ausschreibungsverfahren für die Reinigung von Schulgebäuden keineswegs das Bestmögliche. Im Gegenteil: Der billigste Anbieter erhält in der Regel den Zuschlag. Um die Mitbewerber zu unterbieten, müssen die Firmen also fast zwangsläufig an qualifiziertem Personal und anderen Dingen sparen.

Das führt nicht gerade zu mehr Sauberkeit im Schulgebäude, zumal die geleistete Arbeit der Putzkräfte kaum kontrolliert wird. Womöglich wäre es ohnehin klüger, die Schulen hätten ein eigenes Budget und würden die Reinigung selbst organisieren. Wenn es aber weiter die Bezirke tun sollen, müssen die Firmen nach festgelegten Qualitätskriterien ausgewählt werden. Bei der Neuausschreibung des Schulessens hat man diesen Schwenk hin zur stärkeren Beachtung der Qualität gerade entschlossen umgesetzt. Die Bildungsverwaltung hatte zuvor rechtlich wasserdichte Rahmenverträge erarbeiten lassen. Ob das Essen besser wird, muss sich allerdings noch zeigen.

Als Ultima Ratio könnte man ansonsten im Zeichen der um sich greifenden Rekommunalisierung einen Landesbetrieb gründen – für Schulspeisung und -gebäudereinigung.