Nein, ausgesprochen einladend wirkt der Washingtonplatz am Hauptbahnhof nicht. Obwohl er erst 2012 für eine Millionensumme hergerichtet wurde, sind viele Flächen schon wieder mit Baucontainern vollgestellt. Denn auf den angrenzenden Grundstücken wird gebaut, Hotels und Bürogebäude nehmen langsam Gestalt an. Am Donnerstag wurde für ein Luxushotel der Steigenberger-Gruppe Richtfest gefeiert.

Steigenberger am Kanzleramt heißt das Haus, das von der Strauss & Partner Development GmbH für etwa 75 Millionen Euro errichtet wird. 339 Zimmer, davon 23 Suiten, wird es geben. Dazu entsteht ein Konferenz-Center sowie ein großer Ballsaal. Exklusiv soll der Spa- und Wellnessbereich im achten Stockwerk werden – von dort kann man über die Spree auf das Kanzleramt sehen. Im Mai 2014 soll das Hotel eröffnen. Schöner Nebeneffekt: Das Steigenberger verdeckt einen Großteil des Hotels Meininger, das wegen seiner schlichten Architektur und der Billig-Fassade viel kritisiert wurde.

Die Steigenberger-Gruppe sieht die exponierte Lage am Hauptbahnhof in der rasant wachsenden Europacity als erfolgversprechend an. Wie Geschäftsführer Puneet Chhatwal sagt, werde ein modernes First-Class-Haus mit einer exklusiven Ausstattung entstehen, die sowohl Geschäftsreisende als auch Freizeittouristen anspricht. Das Unternehmen wird zudem auf dem dahinter liegenden Grundstück ein Intercity-Hotel mit 412 Zimmern betreiben, das vom Immobilienunternehmen CA Immo errichtet wird, das Drei-Sterne-Haus eröffnet im Oktober.

Der Washingtonplatz sei für viele Reisende das Entree in die Stadt, sagt Strauss-Geschäftsführer Christian Berger. Von dort aus komme man in das Regierungsviertel. Mittes Bürgermeister Christian Hanke (SPD) findet, mit dem Hotel gewinne das Gebiet an Attraktivität, denn es werde eine weitere Lücke im Zentrum geschlossen.