Der Alexanderplatz in Mitte wird ein neues Hochhaus bekommen. Das US-amerikanische Familienunternehmen Hines will auf einem 1 400 Quadratmeter großen Grundstück einen 150 Meter hohen Turm errichten, der an das 2008 fertiggestellte Saturn-Gebäude angebaut werden soll.

Christoph Reschke, Geschäftsführer der Hines Immobilien GmbH, sagte am Montag: „Angesichts der aktuellen Bevölkerungsprognose des Senats und den daraus resultierenden Bedarfszahlen von 122 000 neu gebauten Wohnungen in den kommenden zwölf Jahren arbeiten wir an der Realisierung eines Turms mit überwiegender Wohnnutzung. Wir glauben, Berlin ist reif für ein solches Konzept.“ Wie viele Wohnungen entstehen sollen und wann ein möglicher Baustart erfolgt, sagte er nicht.

Denn für das Vorhaben, für das 200 Millionen Euro veranschlagt werden, muss noch das Planungsrecht angepasst werden. Ursprünglich sollte der Turm an der östlichen Seite des Grundstücks stehen, jetzt ist er an der nördlichen Spitze vorgesehen.

Siegerentwurf wird im Spätherbst prämiert

Nach Angaben der Stadtentwicklungsverwaltung liegt die Planung jetzt öffentlich bis 30. April aus. Zudem haben sich Senat und Investor darauf geeinigt, für die Gestaltung des Hochhauses einen Architekturwettbewerb durchzuführen. Der Siegerentwurf wird im Spätherbst prämiert. Laut Senatsbaudirektorin Regula Lüscher ist dieser „sehr wichtig für den städtebaulich architektonischen Anspruch dieses zentralen Platzes“. Am Alex können nach der Senatsplanung zehn 150-Meter-Türme errichtet werden, das Konzept hatte Architekt Hans Kollhoff 1993 entworfen.

Der Senat bewertet den großen Wohnanteil im ersten Hochhaus positiv – rechnerisch sind 300 bis 500 Wohnungen möglich. Hines will sich aber nicht endgültig auf eine Nutzung festlegen. Ursprünglich war ein Bürohaus geplant mit Geschäften im Erdgeschoss. Zwischenzeitlich wurde auch über ein Hotel und Apartments in den obersten Etagen nachgedacht.