Berlin - Die Technische Universität (TU) kritisiert in einem offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die jetzt bekannt gewordenen Neubaupläne in ihrer Nachbarschaft in der City West. „Wir sehen in diesen öffentlich gewordenen Überlegungen einen erheblichen Nachteil für unsere universitäre Entwicklung und damit auch für den Wissenschaftsstandort Berlin“, schrieb TU-Präsident Jörg Steinbach am Mittwoch.

Hochhaustürme und Wohnungen

Der Architekt Jan Kleihues hatte zuvor für ein neues Stadtquartier zwischen Hardenberg- und Müller-Breslau-Straße einen Entwurf vorgelegt. Auf dem 120 000 Quadratmeter großen Gelände sollen sechs Hochhäuser entstehen, in denen mehr als 800 Wohnungen geplant sind. Ein Wolkenkratzer soll 161 Meter hoch werden. Auch sind Flächen für Handel, Hotels, Büros und 50 000 Quadratmeter für die TU vorgesehen. Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) hat bereits Interesse an dem Entwurf bekundet.

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Die Universität dagegen verweist auf einen Wettbewerb der Stadtentwicklungsverwaltung, der 2011 unter starker, auch finanzieller Beteiligung der Uni in einen Masterplan mündete. Dabei wurde die wissenschaftsnahe Nutzung planungsrechtlich unterlegt. Steinbach fordert die zügige Umsetzung der prämierten Wettbewerbsergebnisse. Denn das Areal sei „für die TU als einzige Entwicklungsfläche in der City West unverzichtbar“. An der Müller-Breslau-Straße zum Beispiel ist seit Jahren ein Neubau des Mathematikgebäudes geplant.