Stadtentwicklung und Verkehr: Schönhauser Allee soll teilweise autofreie Zone werden

Schlechte Nachrichten für Autofahrer: Rund um die Haltestelle Schönhauser Allee in Berlin-Prenzlauer Berg will der zuständige Baustadtrat des Bezirks Autos langfristig verbannen. „Wir werden schrittweise vorgehen“, kündigte Jens-Holger Kirchner (Grüne) an. Geplant sei eine „deutliche Bevorrangung“ für Fußgänger, Radfahrer und den öffentlichen Nahverkehr. Nach Kirchners Worten soll das Konzept im Laufe der nächsten Wochen beschlossen werden.

Hintergrund ist ein vorausgegangener Workshop mit der zuständigen Senatsverwaltung zu einer alternativen Nutzung. Demnach waren in dem Bereich in einer Viertelstunde rund 450 Fußgänger unterwegs. Konkret geht es um den Abschnitt zwischen der Ecke Stargarder Straße und der Ecke Wichertstraße. Betroffen wäre die Seite, auf der sich das Einkaufszentrum Schönhauser Allee Arcaden befindet.

Im Frühjahr sollen Kirchner zufolge zunächst einzelne Parkplätze zeitweise für Autos gesperrt - und etwa als Sitzmöglichkeiten oder für Pflanzen genutzt werden. Denkbar sei auch, dass Anwohner ihre Nähmaschine mitbrächten und damit etwa Nachbarschaftshilfe leisteten.

In drei bis vier Jahren zum verkehrsberuhigten Bereich

„Der große Schritt wäre, den Abschnitt komplett autofrei zu machen.“ In drei bis vier Jahren soll der Straßenabschnitt nach Kirchners Willen zum verkehrsberuhigten Bereich werden. „Tempo 30 reicht nicht“, betonte der Grünen-Politiker. Lieferantenverkehr des Einkaufszentrums sei von den Plänen nicht betroffen.
„Das hat viel mit Gewohnheit zu tun“, sagte Kirchner zu skeptischen Reaktionen auf seine Pläne. Auch am Alexanderplatz gebe es schließlich eine Sperrzone für Autos - und das funktioniere problemlos. Warum nun ausgerechnet die Schönhauser Allee im Fokus steht? „Weil das spannend ist. Die Schönhauser Allee ist eine Herausforderung. Sie hat viel Verkehr von allen Gruppen.“ (dpa)