Stadtklima-Analyse: Nach Jahren des Wartens öffnet Wetterstation im Herzen Berlins

Nach jahrelangen Diskussionen und Planungen ist es nun soweit: Am 26. August will der Deutsche Wetterdienst seine neue Wetterstation unweit des Berliner Alexanderplatzes eröffnen. „Wir sind sehr erleichtert, dass wir unsere jahrzehntelange Messreihe im Herzen Berlins fortsetzen können“, sagte die Leiterin des DWD in Potsdam, Ursel Behrens.

Die neue Station ist demnach die einzige innerstädtische Klima-Messstation dieser Art in Deutschland. Laut DWD-Sprecher Gerhard Lux sollen künftig auch in anderen Städten derartige Station errichtet werden. Die Daten sollen unter anderen Stadtplanern zur Verfügung gestellt werden.

Am Berliner Alexanderplatz können Meteorologen bereits seit 1969 das Stadtklima beobachten, was europaweit als Besonderheit gilt. Daten zur Lufttemperatur und -feuchtigkeit, Niederschlagsdauer und -menge, die Bodentemperatur und andere Parametern wurden gesammelt. 2011, nach 42 Jahren lückenloser Messungen, drohte die Messreihe abzubrechen, weil der Pachtvertrag mit dem Grünflächenamt Mitte auslief, da der Platz umgestaltet und bebaut werden sollte.

Bereits von 2009 an versuchte der DWD, einen alternativen Standort zu finden. Viele Gespräche mit verschiedenen Ämtern waren immer wieder ergebnislos geblieben. Selbst ein Brief des Direktors des Potsdam- Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Hans Joachim Schellnhuber, an den damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) brachte nichts.

Erste von deutschlandweit etwa zehn Stationen

Nachdem doch noch wenige hundert Meter von der alten Station entfernt eine Fläche an der Ecke Spandauer Straße/Karl-Liebknecht-Straße gefunden wurde, gab es auch dort noch verschiedene Hürden zu überwinden. Unter anderem mussten zwei Bäume gefällt und Bauplanungen wegen der benötigten Kabel geändert werden. „Die Arbeiten zogen sich in die Länge“, sagt Behrens.

Immerhin gingen keine Messdaten verloren: Eine provisorische mobile Station sorgte dafür, dass die Messreihe weitergeführt werden konnte. In der neuen Station soll laut Behrens nun zusätzlich auch die Sonnenscheindauer gemessen werden. Die Daten eignen sich laut Lux nicht für Wettervorhersagen, aber für Analysen des Stadtklimas. Diese sollen zum Beispiel Stadtplanern helfen, Wettereinflüsse bei der Gestaltung von Stadträumen zu berücksichtigen. Der Aufbau eines Messnetzes mit anderen Städten sei noch in der Planungsphase. Vorgesehen seien etwa zehn Stationen deutschlandweit. (dpa)