Ein halbes Jahr nach den Berliner Wahlen im September 2016 arbeitet das Bezirksamt Pankow immer noch unvollständig. Nur vier Posten sind besetzt, ein Stadtrat fehlt. Und das wird wohl noch einige Wochen lang so bleiben.

Denn die AfD hat es bisher nicht geschafft, einen geeigneten Kandidaten für das Amt eines Bezirksstadtrates aufzustellen. In sieben Wahlgängen seit dem Herbst hat eine Mehrheit der Pankower Bezirksverordneten es rigoros abgelehnt, dass der Projektmanager Nicolas Seifert Stadtrat der AfD wird. Siebenmal fiel er durch, doch erst nach der jüngsten Niederlage im Januar entschied sich Seifert, seine Kandidatur zurückzuziehen. Nun sucht seine Partei per Auswahlverfahren einen neuen Bezirkspolitiker.

AfD-Sprecher Ronald Gläser sagte der Berliner Zeitung, es gebe „etwa ein Dutzend Bewerber, darunter mehrere hervorragende Personen“. Man plane ein „speeddating-artiges parteiinternes Auswahlverfahren“, so Gläser. Eine Entscheidung werde frühestens Mitte März erwartet. Die Partei kann sich Zeit lassen. 

Die AfD gewann bei den Wahlen im vergangenen September in Pankow 13,3 Prozent. Sie stellt dort acht Verordnete und einen Stadtrat. So war es geplant, doch die Partei hatte mit dem Kandidaten Seifert von Anfang an nur Pech. Erst hielt die AfD seinen Namen lange geheim, dann tauchte ein Video auf, das zeigt, wie Seifert einen als Clown verkleideten Reporter der ZDF-Satiresendung „heute show“ bei einer AfD-Demo attackierte. Dieses Auftreten sowie sein fehlendes Verwaltungswissen  sorgten neben der Ablehnung seiner politischen Haltung dafür, dass Seifert nicht gewählt wurde.   So sagte er etwa bei seiner öffentlichen Vorstellung, er habe sich entschieden als Stadtrat in Pankow zu arbeiten. Denn:  „Einer muss es ja machen.“