Stadtring: Berliner Initiative wehrt sich gegen Ausbau der A100

Bei dem geplanten Weiterbau der A100 von Treptow bis zur Storkower Straße in Lichtenberg sollen die Berliner vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Diesen Vorwurf hat die Bürgerinitiative „A100 stoppen“ am Freitag erhoben. Obwohl es für diesen Abschnitt, dessen Bau nach 2022 beginnen soll, noch gar kein Baurecht gebe, sei er im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans bereits als „fest disponiert“ und „im Bau“ vermerkt, sagte Tobias Trommer, einer der Initiatoren. Damit solle das weitere Verfahren offenbar der Bürgerbeteiligung entzogen werden. Diese müsse jedoch transparent, fair und ergebnisoffen gewährleistet werden, forderte Trommer.

Unklarheit über Höhe der Kosten

Darüber hinaus ist mehr als nur fraglich, dass es bei den jetzt veranschlagten Kosten von 531 Millionen Euro für die vier Kilometer bleiben wird. Der Grünen-Abgeordnete Harald Moritz verwies darauf, dass diese Summe nur die Finanzmittel beinhalte, die der Bund tragen müsse. Die Kosten für Gutachten, Projektsteuerung und Bauüberwachung liegen jedoch beim Land Berlin.

Dafür würden üblicherweise zehn Prozent der Baukosten veranschlagt, also noch einmal mehr als 50 Millionen Euro. Bislang ebenfalls nicht eingerechnet seien die sogenannten Anpassungskosten, also beispielsweise ein möglicherweise notwendiger Ausbau der Straße am Treptower Park oder der Storkower Straße. Auch diese würden auf den Landeshaushalt zukommen.

Der Stadtring soll von 2022 an bis Treptow führen. Eine Verlängerung der A100 bis zur Storkower Straße steht im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans bis 2030. Er soll im Sommer von der Bundesregierung beschlossen werden. (mit pn.)