Berlin - Das Geschäft mit dem Geld hat zurück in die Charlottenburger Hardenbergstraße gefunden. Im Haus Nummer 32, wo einst die Berliner Bank residierte, wird seit Mittwoch die Digitalisierung des Finanzwesens vorangetrieben. H:32 ist der neue Firmenname, hinter dem sich nicht weniger als Europas größtes Zentrum der Fintech-Branche verbirgt. Zumindest soll es das einmal werden.

Auf sieben von elf Etagen werden dort fortan digitale Dienstleistungen, Angebote und neuartige Geschäftsmodelle für die Finanzbranche entwickelt. Mittwoch wurde das Fintech-Center eröffnet.

Fintech-Start-ups bringen Geld nach Berlin

Betreiber des neuen Zentrums ist das 2014 gegründete Berliner Unternehmen FinLeap. Das ist ein sogenannter Company-Builder für Fintech-Unternehmen, bei dem bislang immerhin 15 Firmen entwickelt und in den Markt entlassen wurden. Die Solarisbank gehört ebenso dazu wie das Unternehmen FinReach Solutions oder der digitale Versicherungsmakler Clark.

Für die grüne Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) unterstreicht das neue Start-up-Zentrum „die Stärke der Stadt als deutsches Zentrum für junge Fintechs“. Berlin sei die deutsche Fintech-Hauptstadt, sagte sie anlässlich der Eröffnung. Die Stadt habe alleine weit mehr Fintech-Start-ups als Frankfurt und München zusammen. Und: Investoren glauben an die jungen Firmen. Allein 2017 stecken sie insgesamt 514 Millionen Euro in Berliner Fintechs.

Schmelztiegel und Großlabor

Der neue Hausherr im einstigen Bankgebäude, FinLeap-Gründer und -Chef Ramin Niroumand, versteht das H:32 als eine Art Schmelztiegel und Großlabor für die Finanzbranche. „Wir stehen als Gesprächs- und Kooperationspartner allen Unternehmen zur Verfügung, die die Chancen der Digitalisierung nutzen und die Herausforderungen meistern wollen“, sagte er.

Das europäische Finanzwesen müsse ein Gegengewicht zu den digitalen Weltmächten USA und China schaffen. H:32 stehe deshalb allen Akteuren des Finanzsektors offen, Start-ups ebenso wie Banken oder Versicherungen.