Berlin - Der umstrittene Berliner Staatssekretär Andrej Holm hat bei der Humboldt-Universität eine Erklärung zum Umgang mit seiner Stasi-Vergangenheit eingereicht. Die Stellungnahme sei am Donnerstagabend fristgemäß eingegangen und werde nun geprüft, teilte der Sprecher der Hochschule, Hans-Christoph Keller, am Freitag mit.

Holm hatte nach seiner Ernennung zum Staatssekretär in der Stadtentwicklungsverwaltung von Senatorin Katrin Lompscher (Linke) im Dezember zugegeben, in einem Personalfragebogen der HU 2005 falsche Angaben zu seiner hauptamtlichen Stasi-Tätigkeit in der Wendezeit gemacht zu haben. Er habe das aber nicht wissentlich getan.

Die Personalie belastet den Start des rot-rot-grünen Senats. Die Linke hält bislang an Holm fest, der seit 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni ist. Er forschte dort vor allem zum Thema Gentrifizierung und Wohnungspolitik.

Senat will Entscheidung der Uni abwarten

Der Senat will die Entscheidung der Uni abwarten, bevor er über die Zukunft des Baustaatssekretärs. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte am Donnerstag betont, es brauche Zeit, die Angelegenheit seriös aufzuarbeiten und sich dann der Verantwortung zu stellen.

Holm war in der Wendezeit 1989/1990 als junger Mann rund fünf Monate bei der Stasi, wo er unter anderem eine militärische Grundausbildung absolvierte. Dass er damals eine berufliche Laufbahn bei der Stasi anstrebte, hatte Holm schon 2007 publik gemacht. Heute argumentiert er, ihm sei erst durch den Einblick in seine Akten im Dezember bewusst geworden, dass er seinerzeit bereits hauptamtlicher Mitarbeiter war. So sei seine Angabe im Uni-Fragebogen zu erklären. (dpa)