Berlin - Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Antwort der Innenverwaltung auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Peter Trapp hervor. Damit gab es in dem bei Touristen und Studenten beliebten Viertel mit 113.000 Einwohnern fast dreimal so viele Delikte wie im Abschnitt 43. Dieser umfasst die Ortsteile Wannsee, Nikolassee, Schlachtensee und die Teile von Zehlendorf sowie Dahlem. Hier leben mehr als 73 000 Einwohner.

Die Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu interpretieren. Zum einen, weil es sich bei diesen Zahlen lediglich um eine Eingangsstatistik handelt. Das bedeutet, dass alle Anzeigen zu einer Straftat registriert werden – etwa wenn fünf Zeugen eines Einbruchs die Polizei anrufen, werden auch fünf Anzeigen verzeichnet. Zum andern, weil sich auch mitunter auch Todesfälle, die zunächst als Tötungsdelikte angezeigt wurden, als Suizid herausstellen können.

Verzerrungen in dem Zahlenwerk können auch auftreten, wenn in Mitte eine Brieftasche gestohlen wird, deren Besitzer aber in Köpenick wohnt und erst dort zur Polizei geht. Eine Bewertung der Zahlen wird nach Aussagen der Polizei mit der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2012 vermutlich im April erfolgen.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 497 342 erfasste Straftaten in Berlin - 22 321 mehr als im Vorjahr. Laut Statistik kommt es vor allem in der Innenstadt zu deutlich mehr Delikten als in den Außenbezirken. (BLZ/dpa)