Bei Busunfällen ist es ein wenig so, wie bei Flugzeugabstürzen: Beide geschehen doch recht selten, zum Beispiel im Vergleich zu klassischen Verkehrsunfällen mit Autos, trotzdem ist die öffentliche Wahrnehmung sehr geschärft: Denn jeder benutzt nun mal öffentliche Verkehrsmittel und erwartet eine hohe Sicherheit.

Zum anderen gilt vor allem: Wenn ein solcher Unfall geschieht, ist die Zahl der potenziellen Opfer sehr hoch, weil Flugzeuge und Busse oft gut besetzt sind.

Passagierzahl verdreifacht

Die Zahl der Passagiere vor allem von Fernbussen hat nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) extrem zugenommen. Waren es 2013 noch 8,2 Millionen Passagiere, so belief sich die Zahl 2016 bereits auf mehr als 23 Millionen.

Die Statistik zeigt aber auch, dass die Zahl der Opfer bei Bus-Unfällen über die Jahre überraschenderweise nicht steigt, sondern sogar deutlich abnimmt. Das führen Experten auf bessere Sicherheitstechnik und mehr Kontrollen der Polizei zurück.

Ein Drittel weniger Tote

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 1995 bundesweit 5676 Busunfälle mit Personenschäden. Dabei wurden 152 Menschen getötet und 1649 schwer verletzt. Im Jahr 2016 hingegen war die Zahl der Unfälle ähnlich hoch und war sogar leicht auf 5732 gestiegen, doch die Zahl der Toten lag nur noch bei 42 und die der Schwerverletzten bei 1041.

Im Land Brandenburg gab es 2017 insgesamt 1166 Verkehrsunfälle, an denen Busse beteiligt waren, das sind nicht nur Unfälle mit Personenschäden, sondern auch die, bei denen es nur Sachschäden gab. Das ist eine Steigerung um fast elf Prozent gegenüber dem Jahr davor. Getötet wurde bei diesen Unfällen niemand, aber es gab 145 Verletzte.

Das ist eine vergleichsweise geringe Zahl, denn bei allen 85370 Verkehrsunfällen im Jahr 2017 waren 148 Tote zu beklagen und es gab 11.355 Verletzte.

Zudem sind die Brandenburger Zahlen auch bei den Busunfällen selbst rückläufig, jedenfalls im Vergleich zu 2010: Da wurden noch 1426 Busunfälle gezählt mit 16 Toten und 228 Verletzten.

Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten

Nach Angaben der Brandenburger Polizei wurden bei den Kontrollen bei 50 Prozent aller Fälle "Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten" festgestellt. Als weitere Probleme folgen  Geschwindigkeitsverstöße und zum kleinen Teil auch  technische Mängel.

Inzwischen kontrolliert die Polizei aber mehr Laster als Busse, weil Lkw-Fahrer in den vergangenen Jahren immer mehr als Unfallverursacher in den Vordergrund gerückt sind.