Sven Birkmann aus Hennigsdorf klagt: „Das ist Verkehrschaos pur!“ Der Verkehrsfunk warnt: „Die Fahrzeit verlängert sich um eine Stunde.“ Und die Verkehrsinformationszentrale des Senats stellt die Zustände auf der A 100 auf ihrer Internetkarte fast nur noch in Farbe dar: in Rot – das bedeutet Stau. Der Stadtring ist zu einer kilometerlangen Problemzone geworden. Mit Stillstand, zähflüssigem Verkehr, genervten Autofahrern. Nie gab es dort so viele Beeinträchtigungen wie jetzt.

Zwei Stunden Heimweg

Wer sich über die Baustellen informieren will, braucht viel Zeit, so lang ist die Liste. Hier nur einige Beispiele: Weil an einer Eisenbahnbrücke gearbeitet wird, steht bis Ende August zwischen Dreieck Funkturm und Kurfürstendamm nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. In Richtung Neukölln erstreckt sich die Engstelle sogar bis zum Abzweig Steglitz. Dort wird wie berichtet die Fahrbahn erneuert – auf einem der am stärksten belasteten Autobahnabschnitte Europas. Dass eine Spur nicht reicht, ist klar. Wer diese Staufallen überwunden hat, kann sich auf den nächsten Engpass einstellen. Zwischen der Gradestraße und dem Tunnel Ortsteil Britz sind bis 22. August nur zwei Fahrstreifen pro Richtung befahrbar. Bald sind weitere Störungen zu erwarten – am ICC, wo zwei der drei Fahrstreifen pro Richtung verschmälert werden und bald Tempo 60 gilt. Grund: Zwei Brücken sind nicht mehr ausreichend tragfähig.

Die S-Bahn, die zum Teil parallel zur A 100 verläuft, ist nicht immer eine Alternative. Auch dort wird gebaut: Zwischen Bundesplatz und Halensee fahren bis 31. August keine Züge. Und drumherum läuft ebenfalls nicht alles rund, so Birkmann. „An einem Abend brauchte ich statt der üblichen 40 Minuten satte zwei Stunden, um nach Hause zu kommen.“