Staupe: Ein Drittel aller Berliner Füchse ist krank

Etwa jeder dritte Berliner Fuchs leidet an einer oft tödlich verlaufenden Krankheit: Die Staupe, eine Viruserkrankung, breitet sich aus. Von den etwa 1 600 Füchsen in der Stadt sind nach Aussage von Berlins Wildtierbeauftragten Derk Ehlert rund 30 Prozent infiziert. „Betroffen sind derzeit die Bezirke Treptow-Köpenick, Steglitz-Zehlendorf, Spandau und Reinickendorf“, sagt er. Aber auch im Landkreis Potsdam-Mittelmark seien bereits tote Füchse gefunden worden.

Nicht nur Füchse können von den Erregern befallen werden, auch Marder, Robben, Kleinbären und Hunde. Anzeichen für Staupe bei Hunden sind laut Ehlert Fressunlust und apathischer Schlaf. Bei Füchsen ist auch das zentrale Nervensystem betroffen, so dass sie dann häufig zuckende, unkontrollierte Bewegungen machen.

Ehlert sagt: „Es gibt keinen Grund zu Hysterie.“ Der beste Schutz für Hunde sei die Impfung. Verantwortungsvolle Tierbesitzer lassen ihren Hund jährlich beim Tierarzt gegen Staupe impfen. Das kostet um die 15 Euro. „Wer sicher sein will, dass die Schutzimpfung noch wirkt, sollte den Impfpass seines Hundes hervorholen und nachsehen, ob eine Auffrischung nötig ist“, sagt Ehlert. Um die Tiere zu schützen, sollten sie auch nicht unangeleint im Wald herumstreifen, rät er.

Keine Impfung

Besonders gefährdet seien Risikogruppen – Welpen sowie ältere und kranke Hunde. Die Tiere steckten sich nicht nur durch den direkten Kontakt mit Füchsen an, die Krankheit könne auch durch Berührung mit Fuchskot oder -urin übertragen werden. Katzen werde sie übrigens nicht gefährlich: „Die sind dagegen immun“, sagt Ehlert.

Obwohl bereits etliche Füchse gestorben sind, würden die Tiere nicht gegen Staupe geimpft. „Füchse, die sich infiziert haben und überleben, bilden Antikörper“, sagt der Wildtierexperte. Das mache sie insgesamt widerstandsfähiger. 2008 sei die Staupe erstmals wieder massiv in Berlin aufgetreten. Dabei sei rund ein Drittel aller Füchse gestorben, sagt Ehlert. „Nach einem Jahr war die Population schon wieder auf dem früheren Stand.“

Trotz der grassierenden Staupe ist Ehlert froh, dass zwei viel gefährlichere Krankheiten in Berlin nicht mehr vorkommen: „Fälle von Tollwut oder Fuchsbandwurm haben wir seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gehabt.“