Staus in Spandau: Ende in Sicht bei der Sanierung der Freybrücke

Manch einer hat den Bezirk Spandau schon in Spanstau umbenannt, weil sich dort die Autos stauen: Seit drei Jahren wird in Spandau die Freybrücke über die Havel saniert – Rost hatte dem mehr als hundertjährigen Verkehrsbauwerk zugesetzt. Vor allem im Berufsverkehr sind seitdem lange Staus die Folge, weil die Fahrbahnen verschwenkt wurden und auf der Behelfsbrücke Tempo 30 gilt. Zum Teil stehen Autos kilometerweit dicht an dicht, viele Spandauer sahen ihren Bezirk abgeschnitten von Berlin. Nun ist Abhilfe zumindest absehbar. Am Freitag ist das letzte große Teil der Stahlkonstruktion für die neue Brücke eingehoben worden.

Die Bauarbeiten sollen zum Jahresende abgeschlossen sein, ein Jahr später als geplant. Schuld daran waren laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gleich zwei Faktoren. So hätten Techniker zunächst den Zustand der alten Brücke und des Bauuntergrundes anders eingeschätzt. Hinzu kam das Niedrigwasser der Elbe voriges Jahr, dieses habe den Transport von Bauteilen zu Wasser verzögert.

Am Freitag wurde das 61 Meter lange und etwa 400 Tonnen schwere Stahlteil mit Hilfe von Pontons über die Havel nach Pichelsdorf gebracht und von dort aus eingehoben. Im Laufe des Tages wurde das Teil mit Schrauben und Blechen fixiert. Am Sonnabend soll es endgültig verschweißt werden. Die Havel bleibt deswegen für den Schiffsverkehr noch bis Samstagabend, 20 Uhr, gesperrt. Der Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr, der über eine Behelfsbrücke geführt wird, soll von den aktuellen Bauarbeiten nicht beeinträchtigt werden.

Vor Beginn der Bauarbeiten war die Freybrücke so marode, dass Fahrzeuge über 3,5 Tonnen rechts fahren mussten. Die Brücke wird nicht historisch rekonstruiert, die Anmutung eines Bogenbauwerks bleibt aber erhalten. Sie liegt jedoch höher, so dass die Durchfahrtshöhe für Schiffe auf 5,25 Meter steigt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 33 Millionen Euro. Davon trägt das Land Berlin rund 5,4 Millionen Euro. Den Hauptanteil teilen sich die Bundesfernstraßenverwaltung und die Bundeswasserstraßenverwaltung.