Berlin - Ein Wohnhaus mit Glasfassade, großen Balkonen und Loggien – so soll der Steglitzer Kreisel Ende 2017 aussehen, wenn es nach der CG Gruppe aus Leipzig/Berlin geht. Das mittelständische Unternehmen will den seit November 2007 leerstehenden Büroturm vom Land Berlin erwerben und nach Plänen des Leipziger Architekten Gregor Fuchshuber zu einem Apartmenthaus umgestalten. Das bestätigte der Geschäftsführer der CG Gruppe, Jürgen Kutz, am Montag.

Kutz sagte, dass rund 190 Millionen Euro in das Projekt investiert werden. Es solle ein Gebäude-Komplex mit Wohn- und Gewerbeflächen entstehen. Der Gebäude-Sockel, der im Besitz der Firma Becker & Kries ist, soll ebenfalls erworben werden, um das gesamte Areal aus einer Hand neu zu gestalten. Eine entsprechende Absichtserklärung zum Kauf der Immobilie ist bereits Ende Mai unterzeichnet worden. Insgesamt sollen 250 neue Wohnungen entstehen, 182 davon sind in dem 29-geschossigen Bürohaus geplant, die übrigen im Sockelbau.

Der Büroturm steht seit Jahren leer, weil er mit Asbest belastet ist. Bevor das Gebäude umgebaut werden kann, muss es saniert werden. Dafür kommt das Land Berlin auf. Der Senat geht davon aus, dass die Asbestsanierung wenige als 20 Millionen Euro kosten wird. Bis Mitte 2015 soll sie abgeschlossen sein.

Ob die Einnahmen aus dem Verkauf des Büroturms die Ausgaben für die Asbestsanierung wieder einspielen, ist unklar. Der landeseigene Liegenschaftsfonds wollte sich mit Verweis auf die vereinbarte Vertraulichkeit nicht dazu äußern. „Der Kaufpreis ist gutachterlich ermittelt worden“, sagte Fondssprecherin Irina Dähne.

Die geplanten Wohnungen sollen Mietwohnungen werden. Die CG Gruppe wolle ein „breites Spektrum“ an Mietern ansprechen, sagte Jürgen Kutz. Die Mietpreise sollen sich zwischen durchschnittlich 9 und 25 Euro je Quadratmeter Wohnfläche bewegen. Je weiter oben sich die Wohnungen in dem 118 Meter hohen Turm befinden, umso teurer werden sie. Bis Dezember dieses Jahres will die CG Gruppe die Machbarkeit des Projekts prüfen. Der Umbau sei von der technischen Seite nicht einfach, so Kutz, aber bislang sei das Projekt auf gutem Weg.

Bei den Bezirkspolitikern kommen die Pläne gut an. „Ich würde es begrüßen, wenn in den Kreisel wieder Leben einzieht“, sagt der Bürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Norbert Knopp (CDU). „Das Wichtigste ist, dass der Kreisel wieder eine Perspektive hat“, betont auch Norbert Schmidt (CDU), der Stadtrat für Stadtentwicklung im Bezirk.

Jüngst haben die Investoren ihre Ideen im Stadtplanungsausschuss des Bezirks präsentiert. Sowohl das Bezirksamt als auch die Bezirksverordnetenversammlung stünden dem Projekt positiv gegenüber, so Schmidt. Der Liegenschaftsfonds hatte für den Kreisel seit 2010 nach einem Käufer gesucht. Verhandelt wurde mit mehreren Interessenten. Mal sollte der Kreisel Hotel, mal Lagerhaus werden – doch aus all den Plänen wurde nichts.

Die CG Gruppe ist vor allem von der Aussicht aus dem Steglitzer Hochhaus begeistert. Aus den künftigen Wohnungen werde man in drei Richtungen blicken, schwärmt Investor Kutz. „Als Projektentwickler ist man einfach begeistert, sagt er.“