Steigende Mieten: Wo in Berlin preiswerte Wohnungen entstehen

Berlin - Die Mieten in Berlin steigen immer schneller. Dennoch: Selbst im Neubau gibt es noch günstige Angebote, wie eine Umfrage der Berliner Zeitung bei den sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen zeigt. Die städtischen Vermieter sind derzeit fast die einzigen Unternehmen, die Sozialwohnungen errichten. Diese entstehen mit Förderung des Landes Berlin und kosten im Schnitt 6,50 Euro kalt pro Quadratmeter. Um eine Sozialwohnung anmieten zu können, wird jedoch ein Wohnberechtigungsschein benötigt. Hier ein Überblick über ausgewählte Projekte:

Degewo: Die größte landeseigene Wohnungsbaugesellschaft will bis zum Jahreswechsel insgesamt 301 Wohnungen fertigstellen – davon 139 Sozialwohnungen. 57 Sozialwohnungen entstehen am Agnes-Straub-Weg/Ecke Zwickauer Damm in der südlichen Gropiusstadt. Weitere 82 Wohnungen werden am Tirschenreuther Ring 8 in Marienfelde errichtet. Beide Projekte haben jeweils zu 100 Prozent Sozialwohnungen. Weitere freifinanzierte Neubauwohnungen entstehen in der Walter-Franck-Zeile sowie in der Fritz-Erler-Allee in der Gropiusstadt. Sie sind aber deutlich teurer als Sozialwohnungen und kosten im Schnitt 9,50 je Quadratmeter (kalt).

Howoge: Die Howoge will in diesem Jahr rund 870 Wohnungen fertigstellen. Am Rosenfelder Ring 13 in Lichtenberg entstehen bis September 113 Wohnungen, davon ein Drittel Sozialwohnungen. An der Hauptstraße 51-59 in Lichtenberg werden weitere 313 Wohnungen gebaut, 50 Prozent davon Sozialwohnungen. In der Wissenschaftsstadt Adlershof kommen in der Newtonstraße weitere 128 Wohnungen im „Powerhouse“ dazu. Dort sind zwar keine Sozialwohnungen vorgesehen, dafür werden zehn Prozent der Unterkünfte für eine Kaltmiete von 7,50 Euro je Quadratmeter an Mieter mit Transfereinkommen vermietet.

Das „Powerhouse“ ist laut Howoge das erste Plus-Energie-Projekt im Berliner Mietwohnungsbau. Die Betriebskosten für Heizung und Warmwasser sollen bei 50 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche liegen – üblich sind in Berlin 93 Cent. Die freifinanzierten Wohnungen kosten bei der Howoge im Schnitt rund zehn Euro je Quadratmeter. „Wer Interesse hat, eine Wohnung zu mieten, kann sich gern unverbindlich auf unserer Webseite als Interessent registrieren“, sagt Howoge-Sprecherin Sabine Pentrop. „Beim Start der Vermietung werden alle Interessenten per Mail oder Post informiert.“

Gesobau: Die städtische Gesellschaft, deren Firmensitz sich im Märkischen Viertel befindet, will in diesem Jahr 437 Wohnungen fertigstellen. Das größte Projekt davon sind die Uferhöfe in Wedding. Dort entstehen 180 Wohnungen, darunter 57 Sozialwohnungen). In der Kopenhagener Straße in Pankow errichtet die Gesobau 119 Wohnungen, darunter 21 Sozialwohnungen. Ein Teil der Wohnungen werden rollstuhlgerecht angelegt. Die freifinanzierten Wohnungen kosten zirka zehn Euro je Quadratmeter (kalt).

Stadt und Land: Insgesamt 848 Wohnungen will die Stadt und Land in diesem Jahr errichten, 183 davon sind schon fertig. Eines der größten Neubauprojekte entsteht am Bruno-Bürgel-Weg 23-43, wo in diesem Jahr 124 Wohnungen errichtet werden, davon 28 Sozialwohnungen. Weitere 147 Wohnungen kommen im Wagner Carré dazu, das im Dreieck zwischen U-Bahnhof Tierpark und den S-Bahnhöfen Rummelsburg und Karlshorst liegt. 30 der neuen Unterkünfte sind Sozialwohnungen.

Wohnungsbaugesellschaft Mitte: Die WBM will in diesem Jahr drei Projekte mit insgesamt 311 Wohnungen fertigstellen. Weitere 89 Wohnungen sollen zur Jahreswende bezugsfertig werden. Das größte Projekt ist die Heidelberger Straße, wo 159 Wohnungen entstehen, davon 42 Sozialwohnungen. Die WBM baut außerdem 128 Wohnungen an der Schmidstraße in Mitte, von denen ein Drittel als Sozialwohnungen errichtet werden.

Gewobag: Die Gewobag lieferte bis zum Redaktionsschluss keine Angaben über die Zahl der Wohnungen, die in diesem Jahr fertig werden. Gerade die Gewobag ist für Wohnungssuchende interessant, weil sie im beliebten Prenzlauer Berg baut. In der Chodowieckistraße 14 entsteht ein Neubau mit 21 Wohnungen, 4 davon sind Sozialwohnungen. In der Chodowieckistraße 7 entstehen 29 Wohnungen, darunter 6 Sozialwohnungen.