Mitglieder der linksextremistischen Szene in Berlin haben nach eigenen Angaben den brutalen Angriff mit Steinen auf Polizisten verübt. Auf einer linksradikalen Internetseite schrieben sie am Montag: „Wir haben vergangene Nacht mehrfach Steine auf Bullenautos geworfen.“ Es folgte ein längerer Rechtfertigungstext mit verbaler Hetze gegen Polizisten weltweit, denen Folter und Mord vorgeworfen wurde. „Wer sich nicht beugt wird früher oder später aus der Wohnung geräumt, sanktioniert, unterworfen. (...) Die Bullen sind Teil der Unterdrückung und Gewalt gegen die Menschen.“ 

Die Täter hatten in der Nacht zu Sonntag in der Nähe eines von Linksautonomen bewohnten Hauses in der Köpenicker Straße an der Grenze von Kreuzberg und Mitte Polizeiautos angegriffen. Erst warfen sie Steine auf einen Streifenwagen des Objektschutzes, dem Wachdienst der Polizei. Als vier Polizeiautos zur Unterstützung eintrafen, wurden auch diese mit Steinen beworfen. Die Autos wurden stark beschädigt, die Steine verletzten einen Polizisten im Gesicht. Die Täter entkamen unerkannt. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei ermittelt.

Emotionale Botschaft der Berliner Polizei

Die Polizei hatte am Sonntag mit einer emotionalen Botschaft im Internet auf den Angriff reagiert. Darin prangerte sie die „feigen Übergriffe“ an und verwies auf den Einsatz der Polizisten in der Stadt. „In unseren Fahrzeugen befinden sich Menschen“, schrieb das Social-Media-Team. Polizisten seien Männer und Frauen, Väter und Mütter, Freundinnen und Freunde, die sich für diese Entbehrungen bei der Berufswahl entschieden hätten. „Wofür sie sich jedoch nicht entschieden haben – und was sie sich auch nicht gefallen lassen müssen, sind solche feigen Angriffe.“

Die Stellungnahme wurde bis zum Montagmorgen auf Facebook mehr als 2000 mal geteilt und bekam mehrere tausend „Likes“. Die Stellungnahme der Linksautonomen im Internet ahmte den Text der Polizei nach.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat die Steinwürfe scharf verurteilt. Kein politisches Ziel rechtfertige es, Gewalt gegen Menschen auszuüben, sagte Geisel am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Ihn freue daher besonders, dass viele Berliner ihre Anteilnahme mit der Polizei erklärt hätten. „Das zeigt, dass die feigen Täter das Gegenteil erreichen, eine Solidarisierung der Berliner mit ihrer Polizei.“

Die Gewerkschaft der Polizei forderte mehr Rückhalt in der Politik. Man höre nach solchen Vorfällen nur einzelne Parteien, sagte Sprecher Benjamin Jendro dem Radiosender 104.6 RTL. Es gebe hingegen viele andere Politiker, die sich nicht klar distanzierten. Das sei „ein Schlag ins Gesicht für die Polizei, die dafür hinhält, was die Politik entscheidet“. (dpa)