Die Seitenscheiben von Berlins Polizeiautos sollen mit Splitterschutz-Folie beklebt werden. Das bestätigte ein Sprecher der Innenverwaltung am Freitag der Berliner Zeitung. Einige Streifenwagen in den Abschnitten 51 und 53, die zuständig sind für Friedrichshain und Kreuzberg sind bereits mit durchwurfhemmenden Folien ausgestattet. Grund sind die fortwährenden Angriffe mit Steinen, Flaschen und Böllern auf die Beamten in den Autos, etwa im Autonomen-Kiez um die Rigaer Straße.

Laut Innenverwaltung sollen die restlichen zehn Einsatzwagen dieser beiden Abschnitte jetzt mit Folien nachgerüstet werden (Kosten: circa 2000 Euro pro Auto). „Künftig werden alle Fahrzeuge, die neu angeschafft werden, mit diesen Folien ausgestattet sein“, sagte ein Sprecher der Behörde. „Dazu zählen auch die Fahrzeuge des Zentralen Objektschutzes.“

Damit kommt Berlin einer langjährigen Forderung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) entgegen. Deren Landesvorsitzende Kerstin Philipp erklärte: „Aus unserer Sicht und bei Betrachtung der vergangenen Jahre sind all unsere Fahrzeuge besonders gefährdet, weil es nicht nur in Friedrichshain-Kreuzberg Menschen gibt, die meinen, sie müssten Steine und andere Wurfgeschosse auf unsere Kolleginnen und Kollegen feuern.“

Die GdP-Funktionärin sprach sich allerdings dafür aus, nicht nur die Seiten-, sondern auch die Heckscheiben mit Folien zu bekleben. „Ein Fanggitter schützt vielleicht vor Stein- und Flaschenwürfen, bei einem Molotow-Cocktail aber ist es nutzlos“, so Philipp. Die Frontscheiben müssen nicht beklebt werden, weil sie baubedingt schon sehr stabil sind.