Nutzer der neuen E-Tretroller begehen in Berlin-Mitte nach Angaben des Bezirksbürgermeisters zahlreiche Verstöße. „Bei den letzten Kontrollen musste alle vier Minuten ein Bußgeldverfahren gegen Roller-Fahrende eingeleitet werden“, sagte Stephan von Dassel in einem Video, das das Bezirksamt am Dienstag auf Twitter verbreitete.

Der Grünen-Politiker mahnte darin die Einhaltung der Regeln an. Nutzer gefährdeten nicht nur viele Fußgänger, sondern auch sich selbst: durch Mitfahrer oder zu schnelles Fahren. Kritik an den Rollern hatte von Dassel zuvor auch in mehreren Zeitungen geäußert.

E-Scooter würden in Mitte „immer mehr zur Plage“

Mehr als 2200 E-Tretroller gebe es allein in Mitte, sagte von Dassel. Teile des Bezirks würden „buchstäblich überrollt“ vom neuen Angebot. Die Ballung treffe vor allem die „touristischen Brennpunkte“. Generell würden Leihfahrzeuge, darunter auch Tausende Fahrräder, in Mitte „immer mehr zur Plage“, zum Beispiel weil sie Gehwege verstellten.

Von Dassel bekräftigte seine Forderung, die Anbieter mehr in die Pflicht zu nehmen: „Meine Meinung ist: Wer den öffentlichen Raum wirtschaftlich nutzt, braucht eine Genehmigung und muss eine Gebühr bezahlen - oder sich verpflichten, auch nicht so gut angebundene Wohn- und Arbeitsorte mit Leihfahrzeugen auszustatten.“

Elf Bußgelder für Elektro-Tretrollern-Fahrer innerhalb einer Stunde - nur am Alex

Allein innerhalb einer Stunde am Dienstag haben Polizisten nahe dem Berliner Alexanderplatz elf Fahrer von Elektro-Tretrollern zur Kasse gebeten. Insgesamt wurden bei der Kontrolle am Dienstagnachmittag 21 Menschen auf den neuen Gefährten angehalten, wie eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Darunter waren auch Kinder unter 14, die noch nicht damit fahren dürfen und auch keine Verwarnungsgelder (je nach Verstoß 10 bis 30 Euro) bezahlen müssen. Die E-Scooter-Fahrer waren häufig Touristen. (dpa)