Eine Frau mit Maske.
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Berlin - In Berlin sind in den ersten 16 Kalenderwochen dieses Jahres 829 Personen weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum gestorben. Die gab das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Mittwoch bekannt. Die Zahl entspricht einem Rückgang von 6,8 Prozent. Über die Hälfte der Differenz zum Vorjahr ist auf die beiden ersten Monate des Jahres zurückzuführen. In Berlin fallen die Kalenderwochen 13 und 14 auf, da hier bisher neun Sterbefälle mehr und nur fünf Sterbefälle weniger registriert wurden als in den entsprechenden Vorjahreswochen. In der 15. Kalenderwoche ging die Zahl der Sterbefallmeldungen um 18 Sterbefälle gegenüber der 14. Kalenderwoche 2020 zurück.

In Brandenburg stellte sich die Lage anders dar: In den ersten 16 Kalenderwochen 2020 starben demnach 808 Personen bzw. 8,2 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Mehr als die Hälfte dieser Sterbefälle fiel in die Monate Januar und Februar. Auffällig sind jedoch die erhöhten Sterbefallmeldungen in der 13. (+124 Personen) und 14. (+111 Personen) Kalenderwoche, also der Zeit vom 23. März bis 5. April. In der 15. Kalenderwoche starben 73 Personen weniger als in der 14. Kalenderwoche 2020.

Bei den dargestellten Sterblichkeitsdaten handelt es sich nach Angaben des Amtes um eine reine Fallauszählung – ohne weitere statistische Aufbereitung – der eingegangen Sterbemeldungen. Vom Tod einer Person bis zur Meldung an die amtliche Statistik vergehe demnach einige Zeit. In Berlin waren 2019 nach acht Wochen 95 Prozent aller Sterbefälle registriert. In Brandenburg betrug im Jahr 2019 in 95 Prozent der Fälle diese Zeitspanne zwei Wochen oder weniger. Daher sind die Sterbefallzahlen, insbesondere in Berlin, am aktuellen Rand unterschätzt. Eine erhöhte Sterblichkeit in Zusammenhang mit Covid-19 sei laut Angaben des Amtes „nach aktueller Datenlage sehr wahrscheinlich, jedoch nicht stark ausgeprägt“.

Die Sterbefallmeldungen sind im Gegensatz zu den endgültigen Bevölkerungszahlen nicht vollständig. Darüber hinaus erschweren Zufallsschwankungen und die demografische Struktur der Bevölkerung, die zu Trends in der Entwicklung der Sterbefallzahlen führt, die Interpretation der Daten.