Sternfahrt durch Berlin: Tausende Radfahrer sorgen am Sonntag für Staus

Viele tausend Radfahrer werden an diesem Sonntag in Berlin zu einer Sternfahrt durch die Hauptstadt erwartet. Geplant sind 19 Strecken, die alle in der Innenstadt am Brandenburger Tor, am Großen Stern und auf der Straße des 17. Juni enden. Die Routen haben eine Gesamtlänge von mehr als 1000 Kilometern. Auch zwei Abschnitte der Stadtautobahn sind dabei.

Die Lobbyorganisation Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) demonstriert mit der jährlichen Aktion für bessere Bedingungen des Radverkehrs und die gleichberechtigte Nutzung des Fahrrades als Verkehrsmittel. Das gelte besonders jetzt, zum 200. Geburtstag des Fahrrads, hieß es im Vorfeld. Die Teilnehmerzahl war im vergangenen Jahr etwas unklar. Während die Polizei von 21.000 Radlern sprach, nannte der ADFC Berlin die Zahl 140.000.

Die Radler treffen sich morgens an verschiedenen Orten in der Stadt, am Stadtrand und im Umland. Von dort fahren sie auf verschiedenen Strecken ins Berliner Zentrum, die besonders am Morgen und Mittag stundenlang für den Autoverkehr gesperrt werden. Viele von ihnen können nur an wenigen Stellen - Brücken und Unterführungen - gequert werden, Autofahrer müssen mit größeren Behinderungen und Staus rechnen.

Zur Bundestagswahl veröffentlichte der ADFC inzwischen seine Hauptforderungen für den Radverkehr in Deutschland. Darunter sind: Vorrang für Radfahrer, Fußgänger und Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) vor dem Autoverkehr, Tempo 30 in Ortschaften und eine Erhöhung der jährlichen Bundesausgaben für den Radverkehr von jetzt 130 Millionen auf 800 Millionen Euro. (dpa)