Sternfahrt in Berlin: Zehntausende Fahrradfahrer treffen sich an der Siegessäule

Bei bestem Frühlingswetter sind am Sonntag Zehntausende Radfahrer bei der traditionellen Sternfahrt des ADFC in die Berliner Innenstadt geradelt.

Gegen 14.30 Uhr fanden sich die ersten Radfahrer an der Siegessäule ein, dem Ziel der Rad-Demonstration. Noch bis circa 16.30 Uhr kamen weitere Teilnehmer an der Siegessäule und dem Brandenburger Tor an.

Die ersten Fahrer waren bereits am Samstagabend im polnischen Stettin gestartet, um rechtzeitig in der Bundeshauptstadt anzukommen. Zahlreiche Radfahrer fuhren außerdem aus dem Berliner Umland los, um die Berliner Innenstadt am Nachmittag zu erreichen.

Das Besondere an der Sternfahrt ist, dass sie auch über zwei Autobahnen in Berlin führt: Eine der Strecken führte die Radler über die Avus, auch der südliche Stadtring mit dem Britzer Tunnel wurde zum Radweg.

Das Politische im Vordergrund

Nicolas Linck, Sprecher des ADFC, stellt klar, dass bei der Sternfahrt neben dem Spaß am Radfahren auf der Autobahn das Politische im Vordergrund stehe. In den vergangenen Jahren werde das Radfahren in Berlin immer populärer. Innerhalb des S-Bahnrings würden sogar mehr Wege mit dem Rad zurückgelegt als mit dem privaten Pkw, sagt Linck.

Doch die Politik sei nicht hinterher gekommen, viele Politiker hätten Bedenken, die Fahrradlobby zu unterstützen: „Wenn Radwege gebaut werden, fallen ein paar Parkplätze weg und dann gehen ein paar Anwohner auf die Barrikaden. Genau vor solchen kleinen Widerständen haben die Politiker leider Angst.“

Die Teilnehmerzahl der Fahrrad-Demo lässt sich schwer abschätzen, da sich auf den sternförmig aufeinander zulaufenden Routen immer wieder Radler dem Pulk anschlossen. Vor allem in den Innenstadtbezirken Kreuzberg und Mitte sowie auf den beiden Abschnitten der Stadtautobahn stießen noch viele dazu. Der Fahrradclub erwartete im Vorhinein bis zu 150.000 Teilnehmer.

Mit der Sternfahrt demonstrieren Radfahrer seit 1977 für fahrradfreundlichere Städte. In diesem Jahr fährt auch die Initiative Volksentscheid Fahrrad mit, um ihrer Forderung nach dem Radgesetz Nachdruck zu verleihen. (nik/dpa)