Das Land Berlin hat im ersten Halbjahr erneut etwas mehr Steuern kassiert. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Vorjahr stiegen die Einnahmen nach Zahlen der Finanzverwaltung um rund 79,4 Millionen Euro auf mehr als 7,5 Milliarden. Das ist ein Plus von etwas mehr als einem Prozent.

Damit liegt das Land gut im Plan. Für 2017 hatte die Finanzverwaltung zuletzt Steuereinnahmen von 14,9 Milliarden Euro erwartet. Das ist etwas mehr als im Vorjahr, als Berlin rund 14,77 Milliarden kassierte. Die Gesamteinnahmen aus Steuern, Länderfinanzausgleich und Bundesergänzungsmitteln werden laut Steuerschätzung auf 20,6 Milliarden Euro steigen.

Den größten Anteil machten in den ersten sechs Monaten mit mehr als 1,5 Milliarden Euro die Einnahmen aus der Umsatzsteuer aus, die leicht stieg. Die Lohnsteuereinnahmen dagegen gingen von 1,5 auf 1,3 Milliarden Euro zurück. Das sei auf einen Sondereffekt bei der sogenannten Lohnsteuerzerlegung zurückzuführen, erklärte eine Sprecherin der Finanzverwaltung. Rechne man diesen raus, seien auch die Lohnsteuereinnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum durch höhere Beschäftigung und höhere Löhne deutlich gestiegen.

Bei der Gewerbesteuer hatte die Finanzverwaltung für 2017 eigentlich rückläufige Zahlen prognostiziert - sie stieg im ersten Halbjahr jedoch zunächst von rund 736 Millionen auf fast 960 Millionen Euro an.

Dank gestiegener Steuereinnahmen und niedriger Zinsen hatte Berlin im vergangenen Jahr bereits einen Haushaltsüberschuss von 1,25 Milliarden Euro eingefahren. Auch für die kommenden Jahre werden wachsende Einnahmen erwartet. Für 2018 rechnet die Finanzverwaltung mit 21,4 Milliarden Euro aus Steuern, Länderfinanzausgleich und Ergänzungszuweisungen. Für 2019 sind es rund 22 Milliarden. Zugleich hat Berlin allerdings noch immer Schulden von etwa 59,5 Milliarden Euro, die nur langsam getilgt werden.
 (dpa)