Matthias Kollatz (SPD), Finanzsenator von Berlin, sprach von „einem sensationellen Ergebnis im schwierigen Kampf für mehr Steuerehrlichkeit“.
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BerlinDer deutsche Fiskus hat 2019 deutlich mehr Steuern aus dem Internet-Verkauf von Produkten chinesischer Unternehmen kassiert. Das bundesweit zuständige Finanzamt Berlin-Neukölln verzeichnete bei den Umsatzsteuereinnahmen von Onlinehändlern aus der Volksrepublik China sowie Hongkong, Macao und Taiwan „einen Anstieg von 34 Millionen Euro im Jahr 2017 auf rund 200 Millionen Euro in diesem Jahr“, sagte der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) der „Wirtschaftswoche“. Er sprach von „einem sensationellen Ergebnis im schwierigen Kampf für mehr Steuerehrlichkeit“.

Seit diesem Jahr benötigen Händler, die auf Internetplattformen Waren verkaufen, zwingend eine Steuernummer. Beim Finanzamt Neukölln stieg deshalb die Zahl registrierten chinesischen Unternehmen von rund 450 auf jetzt nahezu 29 000. Jede Woche gingen noch etwa 300 Anträge auf Erteilung einer Steuernummer ein, hieß es. Senator Kollatz hat die zuständige Abteilung in dem Finanzamt von anfangs 40 auf 114 Mitarbeiter aufgestockt. Nach Einschätzung des SPD-Politikers „gibt es trotz aller Erfolge immer noch viele Steuerbetrüger, die sich im Internet tummeln“.