Berlin - Er sitzt mit gesenktem Kopf auf der Anklagebank und schluchzt. Und der einstige Mitarbeiter der Stiftung Preußischer Kulturbesitzt kommt an diesem Montag noch einmal glimpflich davon. Er wird vom Amtsgericht Tiergarten wegen gewerbsmäßiger Untreue in 33 Fällen zu zwei Jahren Haft verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt werden. Zudem muss der 33-Jährige 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten. „Sie sind an einer Strafe ohne Bewährung ganz schön knapp vorbeigewischt“, sagt die Richterin Franziska Wagner in ihrer Urteilsbegründung. Der Grund für die Milde: Hans L. hatte sich seit Monaten um eine Wiedergutmachung bemüht und ein umfassendes Geständnis abgelegt. Zudem hatte die Stiftung die Untreuehandlungen durch fehlende Kontrolle begünstigt.

Hans L. hatte eine wichtige Aufgabe. Seit Mai 2012 hatte er für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gearbeitet, zu der Museen, Bibliotheken, Archive und Forschungsinstitute gehören. Zuletzt war er für die Handyverträge zuständig. Und das nutzte L. aus. Zwischen Januar 2017 und September 2019 schloss er mehr als 300 Mobilfunkverträge mit dazugehörigen teils hochpreisigen Smartphones mit der Telekom ab, ohne dass sein Arbeitgeber davon wusste. Die Handys nutzte er für sich, er verkaufte sie oder verschenkte sie an Freunde, um Anerkennung zu bekommen. Selbst an jenem Tag im September 2019,  an dem er aufflog, bestellte Hans L. noch einmal 30 iPhones.

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