Neue Chefin der Linke-Fraktion: Anne Helm am Donnerstag im Plenum.
Foto: dpa/Wolfgang Kumm

BerlinDie Gelegenheit zur ersten Rede im neuen Amt musste Anne Helm verstreichen lassen. Die frisch gewählte Chefin der Linke-Fraktion hat am Donnerstag im Abgeordnetenhaus zwar erstmals in vorderster Reihe Platz genommen, die Position am Rednerpult musste sie aber Katinka Schubert überlassen. Die Parteivorsitzende nahm in ihrer Rede zu den Corona-Auswirkungen vor allem die Arbeits- und Sozialpolitik in den Blick. Es gebe zu wenig Ausbildungsplätze, die Unternehmen seien gefordert. „Ich appelliere daher an die kommunalen Unternehmen, mehr auszubilden“, sagte Schubert.

Anne Helm war am Dienstag zusammen mit Carsten Schatz zu neuen Fraktionschefs und damit Nachfolgern des Duos Carola Bluhm/Udo Wolf gewählt worden. Dabei hatte es bemerkenswert starken Gegenwind gegeben. Für Schatz, der keinen Gegenkandidaten hatte, stimmten 21 von 27 Abgeordnete. Helm erhielt 16 Stimmen, ihre Kontrahentin Franziska Brychcy bekam immerhin 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen.

Neuer Chef der Linke-Fraktion: Carsten Schatz. 
Foto:  dpa/Wolfgang Kumm

Diese Wahl sorgte dafür, dass die Sitzordnung der Linke-Fraktion im Abgeordnetenhaus am Donnerstag gewöhnungsbedürftig war. Während Anne Helm bei Schuberts Rede aus Reihe eins fleißig klatschte, saßen die abgetretenen Bluhm und Wolf auf der Besuchertribüne. Dorthin hatten sich wieder viele Abgeordnete zurückgezogen, um den Corona-Sicherheitsabstand einzuhalten.

Die 33-jährige Helm, Fraktionssprecherin für Medien und Strategien gegen Rechts, wird die kommenden Monate nutzen müssen, um ihr Profil zu schärfen und Vertrauen zu gewinnen. Keine einfache Aufgabe für jemanden, der erst seit vier Jahren in der Partei ist. Zuvor war die nebenberufliche Synchronsprecherin bei den Piraten aktiv.