Erneut ist dem Berliner Strafvollzug ein Häftling abhanden gekommen. Der 18-jährige Intensivtäter Hakan C. kam bereits am Montag dieser Woche aus dem Ausgang nicht zurück und ist seitdem verschwunden.

Hakan C.  saß im offenen Vollzug der Jugendstrafanstalt am Friedrich-Olbricht-Damm in Plötzensee. Er durfte die Anstalt am Morgen verlassen, weil er eine Ausbildung angefangen hatte. Am Abend musste er sich wieder einfinden. Als er am Montag gegen 19.40 Uhr immer noch nicht zurück war, informierte die Anstalt die Polizei, die die Fahndung nach dem 18-Jährigen einleitete.

Wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung in Haft

Nach Angaben von Justizsprecher Sebastian Brux wurde Hakan C. wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Im Juli 2019 soll er eigentlich entlassen werden. Ein vorzeitiges Haftende ist nicht vorgesehen.

C.  saß zunächst im geschlossenen und seit September 2017 im offenen Vollzug.  „Die Prognose unserer Sozialarbeiter und Psychologen war sehr positiv“, sagte Brux, der darauf Wert legt, dass es sich nicht um eine „Entweichung“ sondern um einen „Nichtrückkehrer“ handele. Laut Brux gab es im Jahr 2016 mehr als 200.000 Vollzugslockerungen. Nur rund 90 Mal kehrten Gefangene nicht oder nicht freiwillig zurück. Das seien 0,04 Prozent der Fälle.

Wegen schwerer Brandstiftung untergebracht

Zwischenzeitlich geflüchtet war auch ein Patient aus dem Maßregelvollzug, der der Gesundheitsverwaltung untersteht.  Ebenfalls am Montag dieser Woche rannte der 31-jährige Eric H. mittags im Ausgang seinem Betreuer weg. Erst nach acht Stunden, gegen 20 Uhr, meldete er sich wieder an der Pforte des Krankenhauses.

H. ist wegen mehrfacher schwerer Brandstiftung im Maßregelvollzug untergebracht. Die Gefahr, dass er sich oder andere gefährde werde als niedrig eingestuft, sagte Christoph Lang, Sprecher der Gesundheitsverwaltung. Nach seinen Worten war Eric H. in Begleitung unterwegs – mit einem Pfleger und zwei weiteren Patienten.  „Er hatte zuvor alle Vollzugslockerungen bestanden.“ Diese erfolgten stufenweise bei Patienten des Maßregelvollzugs stufenweise. Zunächst werden Ausgänge in Handfesseln gewährt, dann ohne Handfesseln und schließlich in der Gruppe. Mit Vollzugslockerungen ist für H. erst einmal Schluss.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung des Textes war in der Überschrift zu lesen, dass ein Häftling aus der JVA Plötzensee flüchtig sei. Dies ist falsch und wurde korrigiert. Wir bitten um Entschuldigung.