Die Umbenennung zweier Straßen und eines Platzes im Afrikanischen Viertel lässt weiter auf sich warten. Obwohl das Bezirksamt Mitte bereits am 24. April 2018 beschlossen hatte, der Namens-Empfehlung der Bezirksverordnetenversammlung zu folgen, ist der entsprechende Verwaltungsakt bis heute nicht im Amtsblatt veröffentlicht und folglich auch nicht gültig.

Die Initiative Pro Afrikanisches Viertel beklagt eine Verschleppung des Verfahrens. Karina Filusch, Sprecherin der Initiative, weiß von rund 50 Widersprüchen von Bürgern gegen die Umbenennungen. Sie seien samt und sonders vom Büro der zuständigen Stadträtin Sabine Weißler (Grüne) mit dem Hinweis zurückgewiesen worden, es gebe noch keine „Allgemeinverfügung“ zur Umbenennung und deshalb auch noch kein Recht auf Widerspruch.

Umbenennungsverfahren von Streit begleitet

Das Bezirksamt erklärte, dass vor der Umbenennung alle anderen Bezirke befragt werden müssten, ob es dort Straßen mit gleichem oder ähnlich klingendem Namen gibt oder entsprechende Benennungen geplant sind. Auch die Straßenverkehrsbehörde, der Verkehrsdienst der Polizei sowie das Vermessungsamt wegen der Umnummerierung von Häusern seien zu beteiligen. Weil die Petersallee geteilt und zwei Namen bekommen soll, müssen neue Hausnummern vergeben werden. Das Vermessungsamt forderte von den Eigentümern, dazu bis 31. Juli Stellungnahmen abzugeben.

Drei Namen deutscher Kolonialisten sollen Namen von Afrikanern beziehungsweise eines Aufstands gegen die Deutschen weichen: Die Lüderitzstraße soll Cornelius-Frederiks-Straße heißen, der Nachtigal- zum Bell-Platz und die Petersallee – vom Platz geteilt – zur Anna-Mungunda- und Maji-Maji-Allee werden.

Das 2016 begonnene bezirkliche Umbenennungsverfahren war, wie berichtet, von Streit und Ungeschicklichkeiten begleitet. Unter anderem, weil die Petersallee nicht mehr nach dem Kolonialisten Carl, sondern dem Nazi-Gegner Hans Peters benannt ist.