Am Ende, als die beiden schrottreifen Autos von der Feuerwehr auf den Gehweg gezerrt worden waren und an der belebten Kreuzung der Verkehr wieder brandete wie vor dem Unfall, am Ende dieses durch die Bank unerfreulichen Ereignisses fiel der Satz, der wirklich sprachlos machte. Dieser Vorfall zeige, dass Fahrräder und Autos eben nicht in die gleiche Stadt gehörten, sagte der Mann mit dem polnischen oder russischen Akzent.

Ausflüchte vom Unfallverursacher

Wie der Mann heißt, wissen wir nicht. Nur, dass er unser Auto schrottreif gefahren hat und seines gleich mit dazu. Ein Radfahrer hatte mit dem ganzen Vorfall nur am Rande zu tun. Dieser war vorschriftsmäßig bei Grün abgebogen, das Auto hinter ihm hatte gewartet.

Der Mann mit dem Akzent hatte mit seinem Wagen auch gewartet, zwangsläufig. Die Ampel zeigte längst Rot, als er seinen Weg fortsetzte. Über die Kreuzung und direkt ins Blech unseres Berlingo. Ein Crash wie im Film, so kam es uns  jedenfalls vor. Für die Polizisten, die recht schnell vor Ort waren, aber reine Routine. „Wir haben hier jeden Tag mindestens einen Unfall“, sagten sie und äußerten leichtes Bedauern, dass es das Blitzgerät wieder nicht erwischt hat, das jedes Mal auslöst, wenn die Polizeiwagen im Einsatz vorbeirauschen.

Es handelt sich bei dem Unfallort um eine ganz normale Kreuzung, vielleicht ein bisschen unübersichtlich, vor allem aber: an jeder Einfahrt mit einer Ampel versehen.

Beinahe noch ein Unfall

Hunderte Male wird allein hier jeden Tag das Rotlicht missachtet. Wir warten noch auf den Abschleppdienst als es beinahe zum nächsten Unfall kommt. Die Gegner trennen sich unter lautem Hupen, aber unversehrt. War was?

Das mag jetzt etwas besserwisserisch klingen, dennoch: Rote Ampeln bedeuten, dass man sein Auto bitte anhält. Und erst bei Grün weiterfährt – das ist die Lampe, die in der Anlage ganz unten hängt. Das mittlere, orange Licht ist nicht aus ästhetischen Gründen angebracht worden, sondern als Signal, doch bitte schon mal zu bremsen, wenn es leuchtet. Damit man dann bei Rot auch steht. Soviel zur Theorie.

Findige Anwälte weisen darauf hin, dass ein „qualifizierter Rotlichtverstoß“ erst dann vorliegt, wenn die Ampel bereits eine Sekunde auf Rot stand bevor man drüberbretterte. Soviel zur Rechtslage. Für viele Autofahrer bedeutet das: Rauf aufs Gas und mal eben schnell über die Kreuzung gedüst. Es kann gutgehen. Oder: siehe Bild oben.