Berlin wird 2030 eine Vier-Millionen-Metropole sein. Davon geht zumindest der Senat aus.  Neben geplanten Wohnsiedlungen, um die Neuberliner unterzubringen, ist es nötig die Infrastruktur auszuweiten und zu verbessern. Daher fordern die Fraktionen von SPD und CDU im Abgeordnetenhaus den Senat auf, „Erweiterungen des U-Bahn-Streckennetzes in Berlin hinsichtlich ihrer verkehrlichen Nutzung zu prüfen.“ Auf Kosten, auf Realisierbarkeit.

So steht es in einem Antrag über den das Parlament am Donnerstag entscheiden soll.  „Die wachsende Stadt braucht auch ein wachsendes Angebot an Mobilität. Mit der Prüfung der verschiedenen U-Bahn-Verlängerungen wollen wir uns eine Entscheidungsgrundlage schaffen", begründet der verkehrspolitische Sprecher der SPD, Ole Kreins, den Antrag.

Die möglichen Erweiterungen des Berliner U-Bahn-Streckennetzes würden sechs U-Bahn-Linien betreffen. Ein Überblick:

U8 bis ins Märkische Viertel

Das Versprechen ist so alt wie das Märkische Viertel (MV): dass die U-Bahn ins Zentrum der Großsiedlung fahren soll. Doch auch gut 50 Jahre nach der Gründung des MV ist das nicht geschehen. Die rund 35.000 Bewohner müssen nach wie vor mit Bussen zum nächsten U-Bahnhof Wittenau pendeln. Bereits im März hat Reinickendorfs CDU Unterschriften für den Weiterbau der U8 gesammelt.

U7 bis zum BER und zur Heerstraße Nord

Die U7 soll an beiden Enden verlängert werden: im Osten von Rudow bis zum Flughafen BER in Schönefeld. Und vom Rathaus Spandau bis zur Großsiedlung Heerstraße-Nord. Für viele Menschen, die mit den Bussen pendeln müssen, wäre das eine große Erleichterung.

U1 bis zum Ostkreuz

Auch über diese Erweiterung wurde bereits öfters debattiert: Den Weiterbau von der Warschauer Straße bis zum Ostkreuz. Dann könnte man sich das Umsteigen von der U-Bahn bis zur S-Bahn sparen. Aber was würde das kosten? Wie lange würden die Bauarbeiten dauern? Das soll nun geprüft werden.

U3 bis zum Mexikoplatz

Bislang endet die U3 am Bahnhof Krumme Lanke. Nun soll geprüft werden, ob sie bis zum Mexikoplatz verlängert werden könnte.

U6 bis zum Flughafen Tegel

Bald sollen im Flughafen in Tegel keine Flugzeuge mehr starten und landen, dort sollen laut Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) 5000 Wohnungen entstehen. Wenn er denn dann mal geschlossen wird, der Flughafen. Geprüft werden soll, ob eine  Erweiterung bis zum Flughafengelände möglich ist.

U2-Erweiterung in Pankow und bis zum Falkenhagener Feld

Im Antrag ist auch vorgesehen, dass geprüft werden soll, ob die U2 verlängert werden soll. Und zwar an beiden Enden: Einmal in Pankow und einmal im Westen bis zum Falkenhagener Feld.  (BLZ)