Berlin - Im Streit um die geplante Neubaustrecke der Bahn in Lichtenrade zeichnet sich eine Lösung im Sinne der Anwohner ab. Das teilte der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak am Mittwoch mit. „Das ist ein Durchbruch“, sagte er. Bahn-Chef Rüdiger Grube habe während eines Gesprächs mit ostdeutschen Bundestagsabgeordneten gesagt, dass er einen Tunnel für die Dresdner Bahn in Lichtenrade für die „vernünftigste Lösung“ halte, so Luczak. In Bahnkreisen wurde die Darstellung bestätigt. Dort befürchtet man, dass das Projekt fast nicht durchsetzbar wäre, wenn es bei der bisherigen Planung bliebe.

Die Dresdner Bahn im Süden Berlins, auf der bis 1952 Reisezüge verkehrten, soll zweigleisig neu gebaut und elektrifiziert werden. Dort sollen nicht nur Züge nach Dresden und Prag, sondern auch zum Flughafen BER verkehren. Bisher soll die Strecke ebenerdig gebaut werden.

Doch viele Anwohner lehnen diesen Plan ab und drohen mit Klagen, weil sie Lärm und die Zerschneidung ihres Ortsteils fürchten. Sie fordern einen Tunnel – allen voran seit 16 Jahren die Bürgerinitiative Lichtenrade – Dresdener Bahn. Jetzt hätten sie weitere Unterstützung gefunden, sagte Luczak.

Bei dem Gespräch am Montagabend habe Bahn-Chef Grube mitgeteilt, dass eine Streckenführung im Tunnel am ehesten durchsetzbar sei. Die Neuplanung würde zwar zu Verzögerungen führen. „Doch es wäre aus seiner Sicht der sicherste Weg“, sagte Luczak. „Damit ist nun auch der dritte Beteiligte, die Bahn, für einen Tunnel in Lichtenrade“, so der Abgeordnete. Auch das Bundesverkehrsministerium habe Zustimmung signalisiert, sofern sich das Land Berlin finanziell beteiligt. Auch dort seien die Signale positiv. „Ich werde den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und Herrn Grube bitten, sich an einen Tisch zu setzen und das Projekt unter Dach und Fach zu bringen.“

Die Dresdner Bahn wird die kürzeste Strecke zwischen der Innenstadt und dem neuen Schönefelder Flughafen sein. Eine Neuplanung hätte zur Folge, dass die Airport-Express-Züge zum BER länger Umwege fahren müssten. Allerdings sind die Vorbereitungen des Projekts ohnehin noch nicht so weit gediehen, dass der Bau bald beginnen könnte. Zuletzt hieß es, dass das auf 560 Millionen Euro veranschlagte Projekt möglicherweise erst 2022 abgeschlossen werden kann. Für den geplanten Tunnel gibt es Schätzungen zwischen 30 Millionen und 100 Millionen Euro. Luczak: „Die Wahrheit wird in der Mitte liegen.“