Berlin-Falkenberg - Viele Menschen sind tierlieb, doch Florian Schäfer (34) treibt es auf die Spitze: Der Berliner engagiert sich im Tierheim als „Streichelpate“ – und versucht nun auf ungewöhnliche Art, ein Zuhause für Kater Humpty-Dumpty zu finden. Denn Schäfer ist auch Hobby-Rapper. Und drehte ein Musikvideo über den Racker!

Schäfer gehört seit März zu den „Streichelpaten“, die sich im Tierheim engagieren – sie kümmern sich ehrenamtlich um die rierischen Bewohner des Heims in Falkenberg, helfen bei der Resozialisierung. „Ich habe einen Ausgleich zum Job gesucht, wollte was gutes tun“, sagt der Werbetexter. „Und ich finde Tiere toll, habe selbst seit 13 Jahren einen Kater.“

Schäfer besuchte im Tierheim ein Seminar über Katzen, wurde bei der Gelegenheit auf den Job der Streichelpaten aufmerksam und meldete sich dafür an. Als er Humpty-Dumpty traf, war er sofort Feuer und Flamme. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt er. „Allerdings ist er auch nicht ohne. Am Anfang, wenn er Menschen begegnet, ist er mit Vorsicht zu genießen.“ Das mag an seiner traurigen Vergangenheit liegen: Der Kater kommt aus Israel, wurde dort im Alter von wenigen Wochen von der Straße gerettet. 

Tierheim Berlin: Humpty-Dumpty sucht ein Zuhause

„Die Unruhen vor Ort haben vermutlich dazu geführt, dass er recht geräuschempfindlich ist“, heißt es in der Beschreibung auf der Vermittlungs-Website des Tierheims. Das kann auch Schäfer bestätigen. „Bei lauten Geräuschen ist er sehr schreckhaft, das merkt man immer wieder“, sagt er. Mehrmals wurde der Kater später weitergegeben, bis der Umzug nach Berlin folgte. Hier landete er zuerst bei einer Frau, später leider im Tierheim.

Ein neues Zuhause für Humpty-Dumpty ist noch immer nicht gefunden. „Und ich habe mit der Zeit gemerkt, dass er im Tierheim sehr unglücklich ist“, sagt Schäfer. Deshalb überlegte er, wie er dem Tier mehr Aufmerksamkeit verschaffen könnte – und besann sich auf seine Leidenschaft für Musik.

Ein Song für Humpty-Dumpty: „Weit gereist“

Denn neben seiner Tätigkeit als Werbetexter ist Schäfer Rapper. Er schrieb den Song „Weit gereist“, begeisterte einen Regisseur und einen Kameramann aus dem Freundeskreis für sein Projekt, gemeinsam drehten sie ein Musikvideo im Tierheim. „Ich bin nicht zum Kuscheln, doch für’s Bürsten nicht zu kratzig, / gibt es was zu Knabbern, na klar, mann, dann nasch’ ich. / Umgarne mich mit Garn und ich schnurre wie am Schnürchen / täglich frag ich mich: Wer öffnet mir das Türchen?“, heißt es im Video, das Geschichte und Eigenschaften des Katers beschreibt – und zu Tränen rührt.

„Es wäre mir eine Herzensangelegenheit, mit dem Projekt ein neues Zuhause für den Kater zu finden“, sagt Schäfer. „Ich würde ihn bei mir aufnehmen, aber ich habe einen anderen Kater, der sich nicht mit Artgenossen versteht. Und Humpty-Dumpty mag andere Katzen auch nicht besonders.“ Mit seiner Geschichte möchte Schäfer auch mehr Berliner dazu anregen, als Streichelpaten im Tierheim zu arbeiten. „Der Job ist für mich eine Bereicherung, es erdet mich, wenn ich dort bin“, sagt er.