Berlin - Am zweiten Tag in Folge streikt das Bodenpersonal der Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld. Fast alle Flüge von und nach Berlin sind erneut gestrichen worden. Die Gewerkschaft Verdi hatte rund 2000 Beschäftige zum Streik aufgerufen. Die Arbeitsniederlegung, die ursprünglich Dienstagmorgen enden sollte, wurde bis Mittwochfrüh verlängert.

Bislang seien 460 Flüge von und nach Tegel sowie 143 Flüge von und nach Schönefeld gestrichen worden, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg am Montagmorgen. Es könnten demnach aber noch weitere ausfallen. Ob einige Flüge wie schon am Vortag zu naheliegenden Flughäfen umgeleitet werden würden, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

Ryanair arbeitet mit eigenem Personal in Schönefeld

In Schönefeld versucht Ryanair mit eigenem Personal einen kleinen Teil der Flüge abzufertigen. "Dazu hat die Fluggesellschaft eigenes Personal aus dem Ausland eingeflogen, das jetzt ohne Sicherheitsüberprüfung mit Tagesausweisen auf dem Schönefelder Vorfeld tätig ist", sagte Verdi-Streikleiter Enrico Rümker am Montag. Verdi werde diesen Einsatz beim Luftfahrtbundesamt anzeigen, da das Verhalten von Ryanair nach Ansicht der Gewerkschaft die Sicherheit der Passagiere bedrohe.

Hintergrund des Streiks: Weil es am Wochenende kein neues Angebot der Arbeitgeber gab, war der neue Ausstand für Verdi unausweichlich. Die Gewerkschaft fordert bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten einen Euro mehr pro Stunde für die Mitarbeiter des Bodenpersonals. Die Arbeitgeber boten zuletzt die schrittweise Erhöhung der Löhne in allen Entgeltgruppen an - bei einer Laufzeit von drei Jahren und mit einem Gesamtvolumen von acht Prozent mehr Geld. (BLZ/dpa)