Berlin - Wieder haben an diesem Mittwoch Tausende Landesbedienstete gestreikt. Laut Gewerkschaft GEW legten insgesamt 16.000 Landesbedienstete ihre Arbeit nieder. Viele versammelten sich auf dem Berliner Alexanderplatz zur zentralen Kundgebung der Gewerkschaften. Trillerpfeifen und Mini-Vuvuzelas waren weithin zu hören. Wieder waren besonders viele Erzieher und Lehrer unter den Streikenden, diesmal sind jedoch alle Angestellten im Landesdienst zum Streik aufgerufen. Mehr als die Hälfte der städtischen Kitas blieb geschlossen, Tausende Unterrichtsstunden fielen aus.

Am Donnerstag beginnt dann in Potsdam die dritte Tarifrunde. Die Gewerkschaften befinden sich dabei in einem Dilemma. Denn sie wollen besondere Verbesserungen vor allem für bestimmte Berufsgruppen im öffentlichen Dienst erreichen, also für IT-Kräfte, Krankenpfleger sowie für Erzieher- und Sozialberufe. Das ist vor allem für Berlin wichtig, weil die Erzieher in Kitas und auch in Horten schlechter verdienen als in den Bundesländern, wo eben nicht wie in Berlin nach Tarifvertrag der Länder (TdL), sondern nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TvÖD) bezahlt wird.

Deshalb wollen GEW und offenbar auch Verdi eine eigene Gehaltstabelle für Erzieher und Sozialarbeiter auf Basis des TvÖD erreichen. Allerdings würde dieses Extrapaket zu Lasten der großen Gruppen der übrigen Tarifbeschäftigten gehen, signalisiert die Arbeitgeberseite. Das ist der Grundkonflikt, über den in den nächsten Tagen verhandelt wird. (mak./BLZ)