Cottbus - In Cottbus sind erneut Einheimische und Asylbewerber bei einem Streit massiv aneinander geraten. Gewalttaten von Ausländern gegen Cottbuser und Angriffe von Neonazis auf Wohnheime von Asylbewerbern hatten Anfang des Jahres bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, gab es die ersten tätlichen Auseinandersetzungen bereits am Freitag. Im Ortsteil Schmellwitz kam es am Abend zu gefährlichen Körperverletzungen. In der Straßenbahn, die in Richtung Zuschka unterwegs war, hatten sich gegen 21.30 Uhr zwei syrische Männer mit einer Gruppe von sechs Cottbuserinnen und Cottbusern zuerst verbal gestritten.

Tritte und Schläge

Nach Angaben der Polizei kamen dann, als sie ausstiegen, noch weitere Asylbewerber dazu. Diese sollen die Einheimischen dann „mit Tritten und Schlägen attackiert“ haben, sagte ein Polizeisprecher.

Bei den Auseinandersetzungen wurden drei Cottbuser – 19, 21 und 22 Jahre alt – leicht verletzt. Polizisten konnten zwei 20 und 21 Jahre alte syrische Männer festnehmen, die nach dem Streit weggelaufen waren.

Etwa eine Stunde später nahm die Polizei zwei weitere Syrer fest. Diese hatten sich zuvor gestritten und mit Messern attackiert. „Der polizeilich bekannte 21-Jährige wurde von seinem ebenfalls bereits polizeilich in Erscheinung getretenen Rivalen mit einem Messer angegriffen und verletzt“, sagte ein Polizeisprecher. Die Schnittwunde musste im Klinikum versorgt werden.

Demos mit 4000 Teilnehmern

Nach den Gewalttaten Anfang des Jahres gab es in Cottbus gleich mehrere große Demonstrationen des Vereins „Zukunft Heimat“ gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung, an denen bis zu 4000 Leute teilnahmen.

Die Polizei verstärkte ihre Präsenz in der City, und das Land entschied, künftig keine weiteren Asylbewerber mehr in der Stadt unterzubringen.

Am Dienstag besucht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Stadt aus Anlass  eines Benefizkonzert. Er war bereits im Juni in Cottbus, um mit Bürgern und Politikern über die Lage in der Stadt zu reden.