Er will zügige Verhandlungen mit Berlin und dem Bund aufnehmen. «Es kann nur einen gemeinsamen Kompromiss geben. Brandenburg strebt keinen Alleingang an», sagte Platzeck, der auch Flughafen-Aufsichtsratschef ist, der «Berliner Morgenpost» (Samstag). Kritiker bezweifelten wegen der Kontroverse um das Nachflugverbot die Eignung Platzecks als Flughafen-Aufsichtsratschef.

      Brandenburg will das bisher geplante Flugverbot von 0.00 Uhr bis 5.00 Uhr ausweiten. Anlass ist ein erfolgreiches Volksbegehren, das Nachtruhe von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr fordert. Dafür braucht Platzeck aber die Unterstützung Berlins - doch Wowereit lehnt dies ab. An diesem Mittwoch will der Brandenburger Landtag mit seiner rot-roten Mehrheit dem Volksbegehren zustimmen.

Die Berliner Linke forderte den rot-schwarzen Senat in der Hauptstadt am Samstag auf, sich ebenfalls zu einer Ausweitung des Nachtflugverbots am Hauptstadtflughafen zu bekennen. Ein entsprechender Antrag wurde bei einem Parteitag beschlossen.

Platzeck betonte in der «Berliner Morgenpost», beim Lärmschutz spielten Verfahren um Flugrouten eine wesentliche Rolle. Auch das Gespräch mit der Deutschen Flugsicherung werde für jede Optimierungsmöglichkeit gesucht.  «Ich kann nur wiederholen: Ich werde mich um mehr Nachtruhe bemühen. Aber: Ich erwarte am Ende keinen Jubel. So ist das nun mal bei Kompromissen», sagte der SPD-Politiker der «Märkischen Oderzeitung» (Samstag).

Der Verein der Berliner Kaufleute und Industriellen (VBKI) forderte im «Tagesspiegel» (Samstag) den Rücktritt von Platzeck als Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft. Mit seiner jüngsten Kehrtwende verstoße er eindeutig gegen die Pflicht im Interesse des Unternehmens zu handeln. «Er sollte zurücktreten», schreibt VBKI-Präsident Markus Voigt in einem Gastbeitrag für die Zeitung.

Platzeck war im Januar nach der erneuten Verschiebung der Flughafen-Eröffnung zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt worden. Er hatte die Position von Berlins Regierungschef Wowereit übernommen.