Streit um Fluglärm: Größter Airport-Gegner schmeißt hin

Schönefeld - Nicht nur der Fluglärm war am Wochenende Thema unter den rund 10.000 Demonstranten bei der Protestaktion am neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld. Für Gesprächsstoff sorgten wenige Wochen vor Eröffnung des BER auch die Querelen beim größten und ältesten Bürgerverein gegen den neuen Flughafen, dem Bürgerverein Berlin-Brandenburg (BVBB). Denn kurz vor der Großdemonstration war der Ehrenvorsitzende und langjährige Chef des BVBB Ferdi Breidbach zurückgetreten. Der 73-Jährige erklärte, sämtliche Tätigkeiten für den BVBB einzustellen. Er wolle jedoch Ehrenvorsitzender des Vereins bleiben.

Wie Breidbach traten auch die bisherige BVBB-Chefin Astrid Bohthe und die stellvertretenden Vorsitzende Heike Saase von ihren Ämtern zurück. Als Grund nannte der Vorstand des Vereins „unüberbrückbare Differenzen“. Breidbach wird vorgeworfen, er habe nicht mit anderen Bürgerinitiativen kooperieren wollen. BVBB-Pressesprecher Kristian-Peter Stange soll Breidbach zudem in einer Mail als „starrsinnig, cholerisch, verbittert und beratungsresistent“ bezeichnet haben. Breidbach hingegen bezichtigte Stange der Lüge. Es habe erst kürzlich „ausdrücklich“ an die Zusammenarbeit der Bürgerinitiativen appelliert. In einer Stellungnahme hatte Breidbach eine Entschuldigung von Stange gefordert. Die aber blieb aus.

Der BVBB wurde Ende 1995 gegründet – und damit noch vor dem umstrittenen Beschluss zum Flughafenbau in Schönefeld. Breidbach leitete die Geschicke des Vereins von Anfang an. Ende der 1990er-Jahre organisierte der einstige CDU-Mann die ersten Großdemonstrationen gegen den neuen Hauptstadtairport. Der Verein führte den Protest auch auf der juristischen Schiene an. Der BVBB gilt mit seinen rund 5.000 Mitgliedern als der größte Bürgerinitiative gegen den BER und als schärfster Gegner des neuen Großflughafens. Er fordert konsequent die Schließung und Verlegung nach Sperenberg. (BLZ)