Berlin - Die "Neue Heimat" auf dem RAW-Gelände an der Revaler Straße könnte geschlossen werden. Grund sind Mängel beim Brandschutz, wie die B.Z. berichtet. Demnach soll die Halle von Mitarbeitern des Friedrichshain-Kreuzberger Baustadtrats Hans Panhoff am Freitag geschlossen und versiegelt werden. Bezirkssprecher Sascha Langenbach wollte das endgültige Aus jedoch nicht bestätigen. "Derzeit laufen noch Gespräche zwischen Betreibern und Bezirk", sagte er auf Anfrage der Berliner Zeitung.

Nach dem Stattbad Wedding wäre die "Neue Heimat" der zweite große Berliner Club, der dieses Jahr wegen Brandschutzbestimmungen schließen muss. Die "Neue Heimat" hatte nach einer anonymen Anzeige bis Ende August Zeit, Mängel beim Brandschutz zu beseitigen. Offenbar war die Mängelliste zu lang, nun steht die Schließung im Raum.

Sollte diese tatsächlich vollzogen werden, verliert Berlin einen ganz speziellen Ort. Die "Neue Heimat" galt als eines der erfolgreichsten Projekte auf dem RAW-Gelände: Essen, Musik, Kunst im typisch Berliner Charme des Verfalls, den so viele junge Menschen in dieser Stadt lieben. Mit dem Aus für die Veranstaltungsort wird auch fraglich, ob und wo der dort immer sonntags stattfindende Street-Food-Markt eine Zukunft hat.

Das RAW-Gelände war zuletzt mehrfach in die Schlagzeilen geraten, weil dort Dealer, Gewalttäter und Diebe ihr Unwesen trieben. Ende August wurde ein schwules Paar mit einer Glasflasche angegriffen. Außerdem wurde der Begleiter der Sängerin Jennifer Rostock am 16. August bei einem Raub schwer verletzt. Zudem gibt es eine ganze Reihe von Anwohner-Beschwerden wegen Lärm und zu viel Müll rund um das Gelände.