Fast täglich belegt das Land Turnhallen oder Firmengebäude, um Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf zu verschaffen. Hauptsache, sie kommen wenigstens halbwegs als Unterkunft in Frage. Doch obwohl der Druck groß ist, sind die Einrichtungen mit gegenwärtig insgesamt 26.551 Plätzen ungleich über die Bezirke verteilt. Während in Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg bisher nur 543 beziehungsweise 900 Asylsuchende aufgenommen wurden, leben in Lichtenberg (3339) und Charlottenburg-Wilmersdorf (3865) deutlich mehr Menschen in Gemeinschaftsunterkünften. Spitzenreiter ist Spandau mit 4505 Plätzen.

Rund die Hälfte der Spandauer Plätze sind in zwei Großunterkünften entstanden: In der Anfang September eröffneten Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne sind zurzeit rund 1300 Flüchtlinge in Gebäuden sowie der Zeltstadt auf dem Gelände untergebracht. Zudem ging am Wochenende eine alte Zigarettenfabrik in einem Gewerbegebiet an der Mertensstraße in Hakenfelde ans Netz. Bis Sonntagabend sollten in dem von der Berliner Stadtmission betriebenen Fabrikgebäude Betten für 1000 Menschen stehen. Rund 150 Bundeswehrsoldaten, Feuerwehrleute und Mitglieder des Technischen Hilfswerks waren im Einsatz, um die Ikea-Doppelstockbetten aus jeweils 300 Einzelteilen aufzubauen. Anwohner gaben Essen an die Flüchtlinge aus.

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