Berlin - Ärger am Alex. Müde ließ sich der Berliner Musiker Thomas Krüger nachts im U-Bahnhof einen dummen Spruch los. Die Adressatin war eine Sicherheitsmitarbeiterin der BVG. Die Konsequenz: Vier Polizisten fesselten ihn. Er wurde aus dem Bahnhof gebracht.

Schienen und Strecken, Bahnen und Busse. Thomas Krüger aus Marzahn ist ein großer Fan der Verkehrsbetriebe. Nun ist seine innige Liebe abgekühlt. Wegen eines Vorfall am Sonnabend: Mit der U5 kam Krüger 1.15 Uhr nach einem Auftritt am Alexanderplatz an an. Der Berufsmusiker war samt Keyboard unterwegs und wollte sich kurz ausruhen.

"Wenn du mich anfässt, kriegst du in die Fresse"

Wenige Minuten saß er auf der metallenen Bank, als die Sicherheitsmitarbeiterin ihn ansprach. „Die Dame war extrem pampig, fragte, warum ich auf der Bank verweile.“ Krüger, die Bau-Pläne der BVG kennend, antwortete augenzwinkernd: „Ich warte auf die nächste Bahn zum Hauptbahnhof. Ab 2020 soll die hier schließlich fahren.“

Laut Krüger wurde die Mitarbeiterin daraufhin immer aggressiver. „Sie fragte mich, ob meine Mutter weitere lustige Kinder wie mich hätte.“ Außerdem soll sie gesagt haben: „Wenn du mich anfässt, kriegst du in die Fresse, das schwöre ich dir!“ Schließlich tauchten vier Polizisten und zwei Sicherheitsmitarbeiter der BVG auf, drückten Krüger auf den Bahnsteig, fesselten seine Hände auf dem Rücken und schleppten ihn raus.

Brief an die BVG-Chefin Sigrid Nikutta

Dort bekam er einen Platzverweis für den Alex ausgesprochen, ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs wurde eingeleitet.
„So kann die BVG nicht mit ihren Gästen umgehen“, so Krüger. Er fordert Mitarbeiter mit mehr Fingerspitzengefühl. „Dass es besser geht, hat der Kollege der Sicherheitsmitarbeiterin mit seiner ruhigen Art und seinem feinfühligen Einschätzungsvermögen bewiesen. Er ließ mich zunächst unbehelligt sitzen, bis seine Kollegin eingriff.“

Krüger schrieb jetzt einen Brief an die BVG-Chefin Sigrid Nikutta, bat um ein persönliches Gespräch. Ob es zustande kommt, ist unklar. Das Verkehrsunternehmen bestätigt den Vorfall. „Der Bericht unserer Mitarbeiter stellt die Situation allerdings etwas anders dar“, heißt es. Zu weiteren Details wolle man sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht äußern.