In Köpenick gibt es seit dem frühen Dienstagnachmittag einen großen Stromausfall. Nach Angaben von Vattenfall sind etwa 31.000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe davon betroffen. „Bei Bauarbeiten wurde unser Umspannwerk in der Landjägerstraße komplett vom Netz getrennt“, sagte Olaf Weidner, Sprecher der Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin. Grund für den großflächigen Ausfall war ein bei einer Bohrung an der Allende-Brücke entstandener Schaden an einer wichtigen Versorgungsleitung.

Wie Vattenfall via Twitter am Dienstagabend mitteilte, werden die Reparaturarbeiten bis Mittwochnachmittag, 15 Uhr andauern. Schulen und Kitas bleiben am Mittwoch geschlossen. 

Weder Feuerwehr- noch Polizeinotruf können gewählt werden

Der Störungsdienst des Unternehmens und die Polizei teilten zunächst mit, dass die Reparaturarbeiten wahrscheinlich noch bis 3 Uhr in der Nacht dauern könnten. 

Das rät die Feuerwehr den vom Stromausfall betroffenen Berlinern

Betroffen sind unter anderem die Köpenicker Altstadt, Müggelheim, Wendenschloss, Grünau und Karolinenhof sowie Teile von Lichtenberg. Auch das Handynetz funktioniert nur sehr eingeschränkt.

Großflächig ausgefallen ist auch das Festnetz, so dass man auch nicht den Feuerwehr- und Polizeinotruf wählen kann. Die Feuerwehr teilte deshalb mit, dass man sich im Notfall an die nächstgelegene Feuerwache oder Polizeidienststelle wenden solle. 

Zudem haben Polizei und Feuerwehr mobile Anlaufstellen eingerichtet.

Die Standpunkte sind:

Statt Tram: BVG verweist auf die parallel fahrende Buslinie 169

Nach Angaben der BVG sind die Straßenbahnlinien 27 und 67 zwischen Rathaus Köpenick und Krankenhaus Köpenick unterbrochen. Die BVG verweist auf die parallel fahrende Buslinie 169. Die Linie 62 ist zwischen Rathaus und Wendenschloß unterbrochen. Die BVG hat für die betroffenen Linien Ersatzverkehr eingerichtet. Auch die Linie 68 ist nach Angaben des Unternehmers zwischen S-Bahnhof Grünau und Schmöckwitz unterbrochen. Hier hat die BVG nach eigenen Angaben die Buslinie 168 entsprechend verlängert. Auch die S-Bahn ist betroffen. Sie hält vorläufig in Grünau nicht.

Stromausfall in Köpenick: Eingeschlossene aus Aufzügen befreit

Die Feuerwehr war und ist wegen des Stromausfalls im Dauereinsatz. Nach Angaben eines Sprechers mussten unter unter anderem am Müggelschlösschenweg und in der Straße Freiheit Personen aus steckengebliebenen Aufzügen befreit werden.

In die Lüdersstraße wurde ein Einsatzleitwagen zur Erkundung geschickt. Dort befindet sich eine Intensivpflege-Einrichtung. Die Feuerwehrleute überprüften die Akkus an den Beatmungsgeräten für die Patienten und stellten fest, dass diese noch ausreichend Reserven haben. „Sollte der Stromausfall länger dauern, dann würden die Patienten in andere Einrichtungen verlegt“, sagte der Feuerwehrsprecher.

Ausrücken musste die Feuerwehr unter anderem zur Wendenschloßstraße. Dort mussten mehrere Beatmungspatienten in eine andere Einrichtung verlegt werden.

Rettungswagen können Krankenhaus Köpenick nicht anfahren

Wegen des Stromausfalls können Rettungswagen derzeit auch das Krankenhaus Köpenick nicht anfahren. Nach Angaben einer Sprecherin der DRK-Kliniken läuft im Krankenhaus Köpenick ein Notstromaggregat, das eine eingeschränkte Stromversorgung für lebenswichtige Bereiche wie die Intensivstation bereitstelle. „Die laufenden OPs wurden beendet und die für den Nachmittag angesetzten abgesagt, so die Sprecherin.“ Auch die Wasserversorgung sei eingeschränkt.

Auch im Krankenhaus Hedwigshöhe in Bohnsdorf sprangen die Dieselaggregate der Notstromversorgung an. Größere Einschränkungen habe es nach Angaben einer Kliniksprecherin jedoch nicht gegeben.

Ein Polizeisprecher sagte, alle verfügbaren Kräfte seien mobilisiert. So gelte besonderes Augenmerk der Sicherheit von Geschäften. Auch die Ampelanlagen sind ausgefallen, weshalb der Verkehr an wichtigen Kreuzungen von Hand geregelt werden muss.